Wie “King of the Court” den Beach-Volleyball interessanter machen könnte

"King of the Court"

Die Organisation des “King of the Court”-Events in Utrecht versucht, auch in Pandemie-Zeiten neue Wege im Beach-Volleyball zu gehen. Und arbeitet gleichzeitig im Hintergrund daran, das Format in den World Tour-Alltag zu integrieren.

Der Sache wegen: Gemeinsam statt getrennt

Es ist das erste internationale Sportevent in den Niederlanden seit die Covid19-Pandemie die Welt in Atem hält, und es ist ein ganz Besonderes: “King of the Court” kehrt nach zweijähriger Pause nach Utrecht zurück. Der erste Aufschlag erfolgt am Mittwochnachmittag, die Sieger und Siegerinnen stehen am Samstag fest. Während das Event mit seinem innovativen Stadionkonzept noch für Aufsehen sorgt, macht sich die veranstaltende Agentur Sportworx rund um Wilco Nijland bereits Gedanken um die Zukunft.

“Es wäre absurd, eine Tour mit zehn Events zu organisieren”, betont Nijland im Podcast "Sandcast". Dafür sei die Beach-Volleyball-Welt zu klein, allein das Stadion zu teuer. “Wir müssen die Formate clever kombinieren”, sagt er. Ihm schwebt vor, “King of the Court” in den World Tour-Alltag zu integrieren. Am Samstag und Sonntag sind die Stadien der großen Turniere voll, es finden aber nur wenige Spiele statt. Die Lücken könnten die ausgeschiedenen Teams mit “King of the Court” füllen. “Die Spieler könnten mehr Geld verdienen, die Organisatoren hätten mehr zu bieten. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein heimisches Team noch im Finale dabei ist, das hilft dem Ticketverkauf und der TV-Präsenz”, sagt Nijland. Dazu könnte es ein alleinstehendes Start- und Finalevent von “King of the Court” geben.

“King of the Court”, eigentlich ein beliebtes Trainingsspiel, macht Beach-Volleyball schneller - und damit in Teilen auch interessanter. Das Feld ist dabei in eine Gewinner- und eine Herausfordererseite unterteilt, Punkte können nur auf der Gewinnerseite erzielt werden. Statt zwei Teams sind fünf Duos gleichzeitig aktiv, die in einem Ausscheidungsrennen nach Zeit spielen. Die Pause zwischen den Ballwechseln ist auf acht Sekunden begrenzt. Mit dem Format wollen die Macher und Macherinnen eine jüngere Zielgruppe als gewohnt erreichen, die der 18- bis 34-Jährigen. Freunde, gutes Essen und Getränke, unterhaltsamer Beach-Volleyball: Das ist die Idee, die hinter der Veranstaltung steckt.

Auch bei den Spielern und Spielerinnen erfreut sich der Wettkampf großer Beliebtheit, wie die Weltranglisten-Ersten Mol/Sørum aus Norwegen unterstreichen. „Es ist ein neuer Trend und die Zukunft des Sports”, sagt Christian Sørum. Sein Partner Andreas Mol hofft, „dass King of the Court mal bei Olympischen Spielen dabei sein wird.”

Der Internationale Volleyball-Verband hat diese Möglichkeit ebenfalls erkannt, die FIVB ist Besitzerin des Konzepts und damit auch Schirmherr des Events in Utrecht. “Wir haben für sieben Jahre die Lizenz, die Events zu organisieren. Die FIVB hat die Möglichkeit wahrgenommen, etwas Neues auszuprobieren und ein neues Publikum zu erreichen”, sagt Nijland.

Dank Skyboxen: Der Abstand wird gewahrt

Bei allen Plänen für die Zukunft: Es ist schon eine Herausforderung, ein einzelnes Event in Zeiten einer Pandemie auf die Reihe zu stellen. Hygienekonzept, Einreisebestimmungen, Sponsoren, die zurückschrauben mussten: “Alles konnte sich jede Woche ändern”, bekräftigt Wilco Nijland. “Statt darüber zu jammern, was nicht möglich ist, wollten wir uns aber darauf konzentrieren, was wir möglich machen können.” Es entstand die Idee eines innovativen Stadionkonzeptes, das es möglich machte, Publikum zuzulassen.  

Das gesamte Areal auf dem Jaarbeursplein in Utrecht besteht aus Logen für zwei bis maximal zehn Personen, die im Voraus reserviert werden konnten. Auf diese Weise können pro Spiel maximal 425 und insgesamt über den Turnierzeitraum bis zu 4250 Zuschauer mit der gebotenen Distanz den Sessions beiwohnen. “Es ist immer gut, sich weiterzuentwickeln und zu sehen, dass es noch weitere Möglichkeiten gibt”, so Nijland.

Schon 2018 gab es eine Reihe von “King of the Court”-Events, nicht nur wegen der Covid19-Pandemie gab es noch weitere Anpassungen. So finden Gruppenphase, Halbfinale und die Finalrunde nicht mehr an einem Tag statt, stattdessen sind die Sessions nun über einen Zeitraum von Mittwoch bis Samstag verteilt. Ein Vorteil für die Sportler und Sportlerinnen, aber auch für das Publikum: “Warum sollten wir Mittwochfrüh starten, wenn fast jeder arbeiten muss. Am Abend hat jeder Zeit”, sagt Nijland.

Das Teilnahmefeld ist mit Top-Teams gespickt

Für die teilnehmenden Teams bietet das Event unterdessen die erste Gelegenheit, in einem Wettbewerb - wenn auch in veränderter Form - auf mehrere international hochklassige Gegner zu treffen, gemeinsame Trainingssessions abzuhalten. Zu guter Letzt ist es eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, in diesen Zeiten ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Aus Deutschland sind die Vize-Weltmeister Julius Thole und Clemens Wickler sowie Laura Ludwig und Margareta Kozuch in die Niederlande gereist. Ursprünglich hatten das auch Victoria Bieneck und Isabel Schneider geplant, das Nationalteam sagte das Turnier aber aufgrund von Verletzungsproblemen im Hinblick auf die anstehenden Europameisterschaften kurzfristig ab. Für Thole/Wickler ist es bereits das zweite Mal, dass sie an einem Turnier der “King of the Court”-Reihe teilnehmen, auch Kozuch ist mit dem Format vertraut. Mit Julius Brink als einer der Moderatoren ist ein weiterer Deutscher an dem Event beteiligt.

Insgesamt duellieren sich jeweils 20 Damen- und Herren-Duos - darunter auch Teams aus der absoluten Weltspitze. Die Weltranglisten-Ersten Anders Mol und Christian Sørum aus Norwegen sind ebenso am Start wie Vize-Weltmeisterin April Ross (gemeinsam mit Emily Day) und die Brasilianerinnen Agatha/Duda.

→ Alle Ergebnisse und den Stream gibt es hier auf der Turnierseite.

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