"Wir orientieren uns nach vorn"

FIVB Open Xiamen - Single Elimination Phase

Victoria Bieneck und Julia Großner: Sie gehören zu den besten deutschen Duos, arbeiten sehr professionell, erzielen gute Ergebnisse – und stehen im Schatten von Ludwig/Walkenhorst & Co. "Man muss die Situation annehmen, wie sie ist", sagt Großner.

Starke Nerven sind gefragt

Victoria Bieneck, 24, und Julia Großner, 27, haben des Öfteren bewiesen, dass sie oben mitspielen können. Im vergangenen Jahr gewannen sie das FIVB Open in Anapa. Ganz aktuell gelang ihnen der Beweis ihrer Qualität beim laufenden FIVB Open in Xiamen. Sie gewannen nicht nur ihre Gruppe, sondern konnten dabei die Olympia-Zweite von London 2012 Jennifer Kessy und ihre Partnerin Emily Day in die Schranken weisen. "Das hat uns echt gefreut heute, nachdem wir gestern knappe Spiele hatten, wo wir starke Nerven bewiesen haben", sagte Großner, "es ist sehr heiß hier und man darf sich von Fehlern nicht ablenken lassen, sondern muss alles in den nächsten Ballwechsel legen." Starke Nerven brauchten sie nicht nur bei dem spannenden 35:33, 21:18 gegen die US-Ladies, sondern auch in der gesamten Saison. Denn alles andere als geschmeidig war der Turnierverlauf des Berliner Duos.

Zu Beginn der Saison schafften Bieneck/Großner einige Qualifikationen nicht, mussten zusehen, wie die direkten Konkurrentinnen Chantal Laboureur/Julia Sude zum Beispiel beim Major in Porec ihre Erfolgsspur immer mehr vertieften. Dann kamen die Berlinerinnen besser ins Spiel, wurden Dritte beim CEV Masters in Biel und Neunte beim FIVB Grand Slam in Gstaad. "Da haben wir super Leistungen gezeigt", so Großner. Gerade als es dann so gut lief, konnte das Team, welches von Tilo Backhaus trainiert wird, aufgrund diverser Regelungen die darauffolgenden Grand Slams in Japan und Polen nicht spielen. So fehlen dem Duo viele Ranglistenpunkte.

Olympiaqualifikation ist vorerst kein Thema

"Wir mussten dann einsehen, dass die anderen Teams besser waren, davongezogen sind. Die Olympiaqualifikation war schnell kein Thema mehr für uns. Klingt hart, ist aber so", sagt Julia Großner ehrlich. Sie grämt sich ganz und gar nicht darüber, sondern richtet den Blick auf ihr Team und in die Zukunft. "Wir müssen noch mehr an unserer Konstanz arbeiten, um das Niveau der Teams vor uns zu haben. Doch groß ist der Unterschied nicht", erklärt Großner und fügt selbstbewusst hinzu, "die Konkurrenz ist nicht nur vor uns, sondern auch hinter uns, aber wir orientieren uns an den vorderen Teams. Unser Ziel ist ganz klar, nach vorn zu gehen, möglichst viele Punkte zu sammeln, an einigen Teams vorbeizuziehen."

Diese Mission verfolgen Victoria Bieneck und Julia Großner derzeit in China und freuen sich auch auf die kommenden FIVB Open, auch wenn sie nach eigener Aussage körperlich angeschlagen sind. Um sich weiter zu verbessern und an der Konkurrenz vorbeizuziehen, haben die beiden Frauen, die seit 2011 ein Team bilden, ihren gesamten Alltag ganz dem Sport untergeordnet. "Wir haben uns ein professionelles Umfeld aufgebaut, nichts hat Vorrang vor Beach-Volleyball", sagt Großner. Schließlich will das Team für die Zeit nach Olympia 2016 gerüstet sein. Denn Großner weiß: "Dann werden die Karten neu gemischt. Bis dahin wollen wir uns in eine gute Position bringen und gucken, was dann möglich ist."

Der neunte Platz und 240 Weltranglistenpunkte sind Bieneck/Großner mit dem Einzug ins Achtelfinale in Xiamen bereits sicher. Am Samstag geht es für sie gegen die Niederländerinnen Braakmann/Sinnema um weitere Punkte. Von der Setzung her sind die Deutschen Favoriten. Wer weiß, was in diesem Turnier noch alles möglich ist. Vielleicht schaffen sie es ebenfalls ins Halbfinale des chinesischen Open wie ihre männlichen Kollegen Markus Böckermann/Lars Flüggen.

Alle Infos zum FIVB Open in Xiamen gibt es hier

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