"Wir wollen Deutscher Meister werden"

Interview mit Alexander Walkenhorst

Alexander Walkenhorst, 2,06-Meter-Hüne, 26 Jahre alt und Olympiaaspirant. Emotional auf dem Feld, wortgewandt und humorvoll abseits des Courts. Im Trainingslager auf Fuerteventura nahm sich der Nationalspieler Zeit, um mit beach-volleyball.de über die bevorstehende Saison zu plaudern.

Hallo Alex! Wie geht es euch, in welcher Trainingsphase befindet ihr euch?

Alexander Walkenhorst: "Ja, wir trainieren Beach-Volleyball (lacht). Neben den Balleinheiten haben wir immernoch jeweils drei Einheiten Kraftaufbau und Ausdauer. Der große Technikteil ist jedoch weg. Jetzt geht es hin zum komplexen Training. Daher waren wir auch bei Kay und Jonathan in Berlin, um mit ihnen gemeinsam zu trainieren."

Du warst ja auch im Blockseminar von Olympiasieger Jonas Reckermann, eine Maßnahme des Verbandes für die Athleten. Konntest du etwas von Jonas lernen?

"Das Seminar war für alle total interessant. Alle, die eingeladen waren, haben das Angebot genutzt. Im Vorfeld dachte ich, es könnte schwierig werden, weil wir alle auch Konkurrenten sind und nicht viel preisgeben wollen, aber es hat richtig gut geklappt. Es ist auch eine richtig gute Idee, die Leute, die über Jahre hinweg Erfahrung gesammelt haben, einzuspannen, um von dieser Erfahrung profitieren zu können. Es ist auch total cool zu sehen, wie Jonas, der ja einer der weltbesten Blocker war, das gemacht hat. Es ging hier viel um Antizipation und Differenzierung eigener Blockstrategien. Zum Beispiel: Wie blocke ich gegen einen Spieler, der unter Stress steht? Wir haben ein großes Portfolio gezeigt bekommen. Ich nehme auf jeden Fall ein-zwei Sachen mit. Vielleicht wird man das diese Saison auch erkennen (lacht)."

Du begrüßt also die Arbeit des Kompetenzteams?

"Das hat weniger mit dem Kompetenzteam zu tun. Es ist schön zu sehen, dass in der Strukturierung und Förderung ein Umdenken im Verband stattfindet. Es wurde erkannt, dass Deutschland den Anschluss verpasst hat. Umso schöner, dass jetzt mit Weitblick Athleten gefördert werden. So war z.B. Niklas Rudolf, Jahrgang 95, auch schon eingeladen. Das ist ein richtig gutes Zeichen. Vor ein paar Jahren hätte es das nicht gegeben."

Wo tankt ihr noch Sonne?

"Jetzt auf Fuerteventura trainieren wir mit polnischen Nationalteams zusammen. Im März steht ein Trainingslager auf Teneriffa an. Im April werden wir uns in L.A. den letzten Feinschliff holen. So kurz vor der Saison ist es natürlich gut, mit hohen Blockspielern zu arbeiten. Und die gibt es in den U.S.A. wie Sand am Meer."

In der kommenden Saison ist viel los: WM, EM, Olympiaqualifikation und nicht zuletzt die Deutsche Meisterschaft. Wie muss die Saison laufen, damit ihr hinterher sagen könnt, es war eine erfolgreiche?

"Für uns ist es die erste Saison, die wir wirklich mit realen Chancen auf eine Olympiaqualifikation angehen. Wir werden trotzdem nicht verrückt spielen (schmunzelt). Letztes Jahr hatten wir uns auf die neunten Plätze eingeschossen. Die Platzierungen waren ok, aber wir wollen dieses Jahr eine Runde weiterkommen, öfter in den Top-Five landen. Wir haben in Long Beach z.B. bewiesen, dass wir das können. Wir haben auch gezeigt, dass wir Teams schlagen können, die bereits Turniere gewonnen haben. Natürlich brauchen wir sieben-acht gute Ergebnisse, um uns eine gute Basis für die Olympiaqualifikation im nächsten Jahr zu verschaffen. Die Olympiaqualifikation dieses Jahr schon zu schaffen, ist für uns utopisch."

Und in Deutschland?

"Natürlich erst einmal unsere Turniersiege aus Münster und Hamburg verteidigen (schmunzelt). Wir müssen schauen, welche Turniere wir in Deutschland spielen können. Die liegen ja immer vor den Grand Slams, sodass wir vielleicht schon an dem Wochenende fliegen müssen. Mal sehen. Und natürlich die Deutsche Meisterschaft. Wir würden lügen, wenn wir nicht Deutscher Meister werden wollten!"

Das aber eine klare Ansage!

"Ja, irgendwann muss das mal kommen (lacht)."

Auf welches Highlight freust Du Dich persönlich am meisten?

"Ich bin ganz gespannt auf die WM in den Niederlanden. Ich glaube, die werden ganz neue Maßstäbe setzen. Es wird bestimmt ein tolles Event. Letztes Jahr haben sie ja bereits mit dem Grand Slam gezeigt, dass sie das drauf haben. Insgesamt bin ich ganz gespannt, wie sich die Grand Slams sich insgesamt entwickeln werden, jetzt, wo die Red-Bull-Vermarktungsagentur eingestiegen ist. Es wäre natürlich wünschenswert, dass unser Sport dadurch insgesamt noch bekannter, professioneller wird. Je mehr Turniere von der Klagenfurt-Qualität, desto lukrativer natürlich der Sport für alle."

Vielen Dank für das Gespräch, Alex, und eine erfolgreiche Saison.

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