WM: Der Zocker

WM - Holland im Heim-Endspiel

Reinder Nummerdor hatte schon darüber nachgedacht, aufzuhören. An der Seite des um dreizehn Jahre jüngeren Christiaan Varenhorst blüht der Routinier in der Spätphase seiner Karriere aber noch einmal auf und verzückt Beach-Holland mit dem Einzug ins Endspiel der Weltmeisterschaft.

Oranje rastet aus

Der Bass dröhnt aus den Boxen, die Menge ist unruhig. Der Stadionsprecher kämpft mit seiner Stimme gegen beides an, als er die Brasilianer Evandro und Pedro auf den Center Court für das WM-Halbfinale am Samstagmittag bittet. Als er seinem Kollegen die kommende Ansage überlässt, ist es schon laut. Dann aber werden nacheinander Reinder Nummerdor und Christiaan Varenhorst von der Spielerbank in die Mitte des mit 4.000 Zuschauern voll besetzten Stadions geholt - und Oranje rastet aus. Ein Gänsehautmoment.

Übertroffen wird die Euphorie der Fans 54 Minuten später, als Nummerdor, 38, und Varenhorst, 25, das Stadion als Gewinner wieder verlassen. In drei Sätzen gewannen sie gegen die Brasilianer Evandro Goncalves und Pedro Salgado (21:18, 21:23, 15:12) und stehen morgen im Finale der Weltmeisterschaft erneut gegen Brasilien: Um 21:00 spielen sie gegen Alison Cerutti und Bruno Schmidt, die im zweiten Halbfinale die US-Amerikaner Brunner/Lucena mit 2:0 (21:17, 21:15) besiegten.


„Darüber nachgedacht, aufzuhören“

Reinder Nummerdor hat in seiner Karriere schon vieles erlebt. Ein solche Begeisterung für Beach-Volleyball in seinem Heimatland aber, wie er sie aktuell in Den Haag erlebt, noch nicht. „Das sind solche Momente, für die man im Winter so hart arbeitet“, sagt Nummerdor. Sein bestes WM-Resultat hat er schon lange getoppt. Mit seinem ehemaligen Partner Richard Schuil gewann er drei Europameisterschaften, neun Medaillen auf der FIVB World Tour; bei vier Weltmeisterschaften aber kamen sie nie über Rang 17 hinaus.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London kam das Duos bis in Halbfinale und belegte Rang vier. Im Jahr darauf wirkte es bei den wenigen Auftritten auf der Weltserie schwerfällig. Das Niveau der Vorjahre erreichten Nummerdor und Schuil nicht mehr, Schuil beendete 2013 dann auch seine Karriere. „Das war eine Phase, in der ich auch darüber nachdachte, aufzuhören. Ich brauchte einen guten Partner. Und Christiaan war meine einzige Option. Gut, dass es geklappt hat“, erzählt Nummerdor.


Ein großer Allrounder

Und gut für die niederländischen Beach-Fans, die in Den Haag einen bestens aufgelegten Nummerdor erleben. Er ist ein Spielertypus, wie es ihn kaum noch gibt. „Er zockt und täuscht viel, spielt viel mit dem Kopf. So extrem wie bei ihm gibt es das selten“, sagt Jonas Reckermann. Reckermanns Olympiapartner Julius Brink sieht das ähnlich: „Er ist einer der großen Allrounder. Wenn man auf seine gesamte Karriere blickt, sind seine Leistungen schon außergewöhnlich“, sagt der Ex-Profi, der Nummerdor im Olympiahalbfinale 2012 besiegte.

Nummerdor war 2000 in Sydney und 2004 in Athen schon bei den Olympischen Spielen in der Halle, ehe er 2006 zum Beach-Volleyball wechselte und 2008 und 2012 erneut bei Olympia dabei war. Rio 2016 sollen seine fünften Olympischen Spiele werden. Bei der Weltmeisterschaft in seinem Heimatland hat er jetzt die Silbermedaille sicher, seine erste bei einem großen weltweiten Höhepunkt. „Das freut mich für ihn persönlich, weil das irgendwie noch gefehlt hat“, sagt Brink. Morgen Abend, wenn ihn der Stadionsprecher ein letztes Mal bei dieser WM auf das Feld bitten wird, hat der Zocker Nummerdor die Chance, seine außergewöhnliche Karriere mit WM-Gold vorübergehend zu krönen.

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