WM: Die Belohnung vergessen

WM - Holtwick/Semmler Vierte

Katrin Holtwick und Ilka Semmler erspielten sich mit Platz vier ihr bestes WM-Ergebnis, vergaßen am Ende des Turniers nur die Belohnung für einen insgesamt starken WM-Auftritt. Brasilien feiert historischen Erfolg, Semmler bekommt Block-Award.

Packendes kleines Finale

Das Trainerteam hatte heute einen besseren Platz. Tilo Backhaus und Moritz Anderten saßen auf der Stirnseite des schwimmenden Stadions von Den Haag gleich in der zweiten Reihe und waren emotional unter voller Spannung (> zum Video). Ihren Schützlingen auf dem Center Court  ging es nicht anders, schließlich spielten sie im kleinen Finalspiel um die Bronzemedaille dieser Weltmeisterschaft.

Katrin Holtwick und Ilka Semmler bekamen von den emotionalen Auf und Abs auf der Tribüne nichts mit, am Ende des Spiels schon gar nicht. Denn die Berlinerinnen mussten sich in einem packenden Spiel den Brasilianerinnen Maria Antonelli und Juliana Felisberta im Tiebreak geschlagen geben (25:23, 18:21, 9:15). „Wir haben ein paar Fehler mehr gemacht am Ende. Die beiden haben gut gespielt, aber ich glaube, wir hätten am Ende genauso gut als Gewinner vom Platz gehen können“, meinte Katrin Holtwick hinterher.


Medical Timeout im Tiebreak

Die Abwehrspielerin und ihre Partnerin zeigten sich in der Partie zuvor von einer besseren Seite, als noch im deutlich verlorenen Halbfinale einen Tag zuvor. Im gewonnen ersten Satz behielten sie in der knappen Endphase die Nerven – als sie mit einer starken Abwehraktion von Holtwick und einem Block von Semmler den Satz beendeten, sprang ihr Trainer vom Sitz auf und ballte die Faust. Diese schönen Jubelszenen aber wurden im Laufe der Partie weniger. „Die beiden wurden in ihren Aktionen immer sicherer und haben kaum noch Fehler gemacht“, sagte Semmler.

„Wir konnten aber auf jeden Fall gewinnen. Am Ende ist es uns ein bisschen aus den Händen geglitten“, so Semmler weiter. Letztendlich wurde es mit der erhofften Medaille nichts, auch weil Antonelli und Juliana kaum noch Fehler machten. Als Katrin Holtwick im Tiebreak dann auch noch eine medizinische Auszeit signalisierte und am Rücken behandelt wurde, schien alles gegen das Duo zu laufen (6:9).


Emotionale Momente in der Mixed-Zone

Als Holtwick hinterher in der Mixed-Zone erzählte, dass sie sich vor der WM am Rücken verletzt hat, kamen ihr die Tränen. Ihre Partnerin unterstützt sie in diesem Moment, so wie sie es gegenseitig schon im ganzen Turnierverlauf getan hatten. Mit sechs Siegen reisten sie aus Rotterdam nach Den Haag, vergaßen dann allerdings eine Belohnung für einen starken WM-Auftritt in Form einer Medaille. Ilka Semmler allerdings durfte doch bei der Siegerehrung dabei sein, sie bekam den Preis für die beste Blockspielerin des Turniers.

„Wir hatten eine tolle Zeit in Rotterdam, haben dort alles gewonnen und wollten hier noch mehr gewinnen. Und nun haben wir alle unsere Spiele in Den Haag verloren. Das tut weh, wenn man die ganze Zeit so hart arbeitet. Trotzdem ist der vierte Platz unser bestes Ergebnis“, erzählt Semmler. Mit ein wenig Abstand werden sie sich noch darüber freuen können, meinte Semmler noch. Und das hier: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt bereut, dass wir uns Tilo als jungen Trainer geholt haben. Wir sind mit ihm und unserem Mentaltrainer als Team so eng zusammengewachsen.“ Dann gingen sie zu ihnen und ließen sich in den Arm nehmen. Diesen emotionalen Moment konnten sie wieder teilen.

Richtig brasilianisch emotional wurde es später noch bei der Siegerehrung. Als die Stadionregie die Nationalhymne regelrecht abwürgte, sangen die sechs Medaillenträgerinnen einfach weiter. Verdient hatten sie sich es. Denn neben Antonelli/Juliana waren es Ágatha Bednarczuk und Bárbara Seixas, die am meisten feierten. Im Endspiel gewannen sie den WM-Pokal mit einem 2:0 (21:18, 22:20) gegen Fernanda/Lima und machten einen historischen Erfolg perfekt. Drei brasilianische Teams auf einem WM-Podium, das gab es noch nie.

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> Wie Trainer Tilo Backhaus das Spiel um Platz drei erlebt hat, könnt ihr in diesem Video sehen

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