WM: In der zweiten Karriere

WM - Kleines Finale

Als bei ihm ein Herzfehler festgestellt wurde, stand Theo Brunner schon einmal vor den Trümmern seiner Karriere. Im kleinen Finale der Weltmeisterschaft könnte er nun eine Medaille gewinnen, dabei spielt er erst seit zwei Jahren als Beach-Profi.

Jede Untersuchung könnte das Aus vom Profi-Sport bedeuten

Immer wenn der dritte Monat im Jahr näher rückt, wird Theo Brunner nervös. Jedes Jahr aufs Neue muss sich der schlanke, 2,01m große Beach-Profi einer medizinischen Untersuchung stellen. Und jedes Jahr aufs Neue könnte das Ergebnis sein, das er seine Profi-Karriere beenden muss. „Manchmal vergesse ich das. Aber jetzt, wo ich darüber rede, fällt es mir wieder ein. Und das ist gut“, sagt der 30-Jährige.

Er hat es verdrängt, weil er vor einem der wichtigsten Spiele seiner bisherigen Karriere steht. Brunner könnte heute Abend mit seinem Partner Nick Lucena im kleinen Finale der Weltmeisterschaft in den Niederlanden die Bronzemedaille gewinnen (20:00, live auf sportdeutschland.tv). Dafür steht den beiden US-Amerikanern nur noch die südamerikanische Konkurrenz um Evandro Goncalves und Pedro Salgado gegenüber.


Diagnose in Deutschland: Herzfehler

Dass Brunner bei seiner WM-Premiere und auf seinem erst 16. FIVB-Turnier auf dem Podium landen kann, ist erstaunlich. Denn erst vor drei Jahren stand er von den Trümmern seiner Karriere, die als Hallen-Volleyballer begann: Nach Stationen in Griechenland und Italien unterschrieb er einen Vertrag bei einem deutschen Verein in Unterhaching. Dort trainierte er einige Wochen mit, ehe er zur Routine-Untersuchung zum Mannschaftsarzt ging. Der diagnostizierte einen Herzfehler.

„Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich nie wieder Sport machen dürfte. Nicht mal als Hobby, nichts. Da kam so viel Negatives auf mich zu, ich war völlig fertig“, erzählt er. Der Verein ließ den Vertrag platzen, Brunner flog zurück in die USA. „Hier haben mir die Ärzte gesagt, dass ich weiterspielen kann, dass es keine lebensbedrohliche Erkrankung ist. Ich muss nur regelmäßig zum Check. Einen Profi-Vertrag habe ich danach aber trotzdem nicht mehr bekommen“, blickt Brunner zurück. Im Jahr 2013 lernte er Lucena im Kraftraum kennen und sagte ihm, dass er Beach-Volleyballer werden wolle. Die Ärzte und Lucena schenkten ihm eine zweite Karriere.


Das Geld wurde knapp

Lucena erkannte das Potential und spielt nach einem Jahr Unterbrechung in dieser Saison wieder mit Brunner. Auf Anhieb klappte das nicht: Nach durchwachsenen Leistungen erspielte sich das Duo im letzten Turnier vor der WM eine Bronzemedaille beim Grand Slam in St. Pete. „Das Ergebnis kam gerade rechtzeitig, denn das Geld wurde langsam knapp“ sagt Brunner und lacht. In der WM-Gruppenphase in Amsterdam gewannen sie alle Spiele, in der K.-o.-Runde an gleicher Stelle kickten sie nacheinander Walkenhorst/Windscheif, Emanuel/Ricardo aus Brasilien und die Kataris Jefferson/Cherif aus dem Turnier.

Platz vier ist sicher und bringt wieder mindestens 28.000 US-Dollar in die Teamkasse. „Vom Verband USA Volleyball bekommen wir die Reisekosten bezahlt und ein kleines Gehalt, wenn ich unter die acht besten Spieler des Landes rutsche. Das dürfte jetzt glaube ich der Fall sein“, so Brunner. Davon kann er seinen Trainer bezahlen, der weiß, wie man WM-Medaillen holt: Jose Loiola gewann mit Brasilien Gold (1999 mit Emanuel Rego) und Silber (2001 mit Ricardo Santos) und ist mittlerweile US-Staatsbürger. Aber das ist eine andere Geschichte. Heute zählt die von Theo Brunner, der bei seiner WM-Premiere „jeden Moment genießt. Nervös werde ich nicht sein, ich habe schon ganz andere Sachen durchgemacht.“

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