WM in Wien: Deutschland so breit aufgestellt wie noch nie

Weltmeisterschaften 2017

Wie steht es bei der am Freitag beginnenden Weltmeisterschaft um die Chancen der deutschen Damen-Teams? Zwei Expertinnen haben für uns eine Einschätzung vorgenommen.

Vor zwei Jahren verpassten sie bei der Weltmeisterschaft in Den Haag im kleinen Finale knapp die Bronzemedaille. Nach der Deutschen Meisterschaft Anfang September 2016 beendeten Katrin Holtwick und Ilka Semmler ihre lange, erfolgreiche Karriere. Nun blicken sie für beach-volleyball.de auf die anstehende WM in Wien voraus und schätzen die Chancen der fünf deutschen Damen-Teams ein. Unsere Redakteurin, Annika Schultz, hat die Einschätzungen der beiden erfahrenen Spielerinnen zusammengefasst.

Das sagen Katrin Holtwick und Ilka Semmler über…

… Laura Ludwig und Kira Walkenhorst:

 „Sie haben aufgrund von Verletzungsproblemen dieses Jahr nur wenig Spielpraxis sammeln können. Daher ist ihre Leistungsfähigkeit schwer einzuschätzen. Langsam scheint die Formkurve aber wieder nach oben zu zeigen. Den beiden ist immer alles zuzutrauen, sie sind vom Kopf her so stark. Da wurde ein perfektes Umfeld geschaffen, mit dem man unabhängig von der körperlichen Leistungsfähigkeit vielleicht noch ein paar mehr Prozent herausholen kann. Wenn die fehlende Spielpraxis kompensiert werden kann, können auch sie wieder ganz vorne mitmischen."

… Chantal Laboureur und Julia Sude:

 „Die beiden spielen eine fantastische Saison. Obwohl sie seit Jahren gefühlt jedes Turnier spielen, scheinen sie immer frisch zu sein. Sie haben oft genug bewiesen, dass sie in der breiten Spitze jeden schlagen können. Sie haben in Gstaad gewonnen – ein Turnier, bei dem alle Top-Teams am Start waren. Warum sollte ihnen das bei der WM nicht auch gelingen?! Tagesformabhängig sind sie auf jeden Fall ein Favorit auf eine Medaille."

… Victoria Bieneck und Isabel Schneider:

 „Für ein neuformiertes Duo spielen sie eine gute Saison. Auf den ganz großen Turnieren blieben die sehr guten Ergebnisse aber noch aus. Sie sind zwar individuell beide international erfahren, dennoch ist es ihre erste gemeinsame Weltmeisterschaft. Ihnen ist zuzutrauen, zu den Überraschungen zu zählen."

… Nadja Glenzke und Julia Großner:

 „Das Duo ist schwer einzuschätzen. In ihnen steckt Potential, aber es ist ihre erste Saison als Team. Da ist man erstmal damit beschäftigt, zueinander zu finden. Gerade Nadja Glenzke hat international noch wenig Erfahrung. Bisher war ihre Leistung recht wechselhaft, auf diesem Niveau ist es aber auch schwerer konstant zu bleiben. In erster Linie sollten sie die WM genießen und sich über jedes weitere Spiel freuen. Die Gruppenphase sollten sie überstehen können."

… Karla Borger und Margareta Kozuch:

 „Es wird interessant werden, wie sie sich schlagen werden. Maggie (Margareta Kozuch, Anm. d. R.) ist in Bezug auf Beach-Volleyball noch relativ unerfahren, ihre Erfahrungen im Hallen-Volleyball können aber trotzdem weiterhelfen. Bisher haben sie eine solide Saison gespielt, aber sie leben von ihrer positiven Grundstimmung und können sich gegenseitig pushen. Trotzdem bleiben sie ein bisschen eine Wundertüte, im Rahmen ihrer Leistung ist vieles möglich."

… ihre WM-Favoriten:

 „In einem nacholympischen Jahr ist es ganz normal, dass die Spitze etwas breiter ist. Viele Teams haben sich neuformiert und sind noch in der Findungsphase. Manchmal sind die Trainingspläne auch voll auf den Höhepunkt ausgerichtet, dann geben bisherige Ergebnisse wenig Aufschluss. Daher gibt es für uns keine klaren Favoriten.

Larissa/Talita (BRA) sind schon lange dabei und werden Rückenwind vom Sieg in Polen haben, dominiert haben sie im Saisonverlauf aber auch noch nicht. Auch die anderen Brasilianerinnen Agatha/Duda und Barbara/Fernanda können immer vorne mitmischen.

Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré aus der Schweiz haben sich in den letzten Wochen in guter Form präsentiert, sie scheinen sich zu den wichtigen Turnieren immer pushen zu können. Ganz stark spielen auch die Kanadierinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Parades, die für uns zu den Überraschungen der Saison zählen."

Deutschland ist so breit aufgestellt wie noch nie,  Laboureur/Sude und Ludwig/Walkenhorst gehören eindeutig zum Kreis der Medaillenkandidatinnen. Wenn diese Top-Teams an zehn Tagen jeweils gegeneinander spielen würden, könnte vermutlich jedes Mal ein anderes Duo gewinnen. Also gilt bei dieser WM mehr als denn je: Am Ende wird die Tagesform entscheiden.

 

Wer zählt bei den Herren zu den Favoriten? Wie steht es um die Chancen des deutschen Teams Böckermann/Flüggen? Wir haben auch dazu jemanden befragt, der es wissen muss:

> Weiterlesen: „Diese sechs Teams werden es unter sich ausmachen“

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