"Zum ersten Mal Country Quota"

FIVB World Tour

Die Teamzulassungen für die internationalen Turniere stehen fest. Dadurch, dass der Weltverband FIVB beschlossen hat, die Country Quota wieder einzuführen, hat sich einiges verändert.

Die sportlich fairste Lösung

Sebastian Fuchs steht vor einer neuen Herausforderung. Durch die Neuregelung des Weltverbands FIVB, nun doch wieder einen Tag vor dem Turnierbeginn vor Ort nationale Startplätze untereinander ausspielen zu lassen, wird der Berliner in dieser Saison voraussichtlich zum ersten Mal in seiner Karriere die Country-Quota spielen. "Ich habe noch nie so ein Spiel gemacht", sagt Fuchs. Er freut sich aber auf das sportliche Kräftemessen: "Dadurch hat man wieder einen offenen Wettkampf, jeder hat jetzt wieder eine Chance - es wird spannend zu sehen, wer sich da durchsetzt." 

Neue Regeln

Da bei dem ganzen Regelwirrwarr kaum noch jemand durchblickt, einmal kurz erklärt, wie jetzt vorgegangen wird: Bei einem World-Tour-Turnier können maximal drei deutsche Teams im Hauptfeld gesetzt sein. Bei den Frauen sind das derzeit gemäß internationaler Rangliste Katrin Holtwick/Ilka Semmler, Karla Borger/Britta Büthe und Laura Ludwig/Kira Walkenhorst. Ein viertes Team darf am Qualifikationsturnier teilnehmen, dieses Team wurde im Vorjahr von dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV), dem Kompetenzteam um Andreas Künkler, nach diversen Kriterien festgelegt. 

Für die kommende Saison hat der Verband lediglich die Reihenfolge der zu berücksichtigten Teams vorgeben. Diese sieht bei den Frauen folgendermaßen aus:

1. Holtwick/Semmler
2. Borger/Büthe
3. Ludwig/Walkenhorst
4. Laboureur/Sude
5. Bieneck/Großner
6. Mersmann/Schneider
7. Arnholdt/Welsch
8. Schumacher/Seyfferth

Das bedeutet: Sollten tatsächlich nach internationalen Ranglistenpunkten die drei ersten Teams im HF gesetzt sein, spielen Team 4 und 5 vor Ort die CQ, bevor dann das Sieger-Duo in der Qualifikation antritt. Ändert sich die Weltrangliste, trägt die DVV-Liste dem Rechnung, aber nur für Rang 1-4. Danach hat die DVV-Teamreihenfolge des Verbands Gültigkeit. Die Regelung hat vorerst bis zum 12. Juli 2015 Gültigkeit, mit Beendigung des Grand Slam in Gstaad/SUI findet eine Überprüfung der Teamzulassungen statt.


Nur zwei Männer-Teams im Hauptfeld

Bei den Männern gestaltet sich das Ganze noch etwas komplizierter, dort sind nämlich derzeit nur zwei Männerteams so gut, dass sie für das Hauptfeld gesetzt sind: Erdmann/Matysik und Walkenhorst/Windscheif. Es sind also zwei Qualifikationsplätze zu besetzen.

1. Erdmann/Matysik
2. Walkenhorst/Windscheif
3. Böckermann/Flüggen
4. Fuchs/Kaczmarek
5. A. Dollinger/Wickler
6. Betzien/Rudolf
7. Poniewaz/Poniewaz
8. Holler/Schröder

Der Verband regelt den Länderausscheid so weit, dass maximal ein Country- Quota-Spiel pro Team und Turnier zugelassen ist. Die DVV-Liste gibt die Zulassung vor. Die Setzung erfolgt dann über den Weltverband. In der Country Quota spielen dann Setzplatz drei gegen Setzplatz 6 und 4 gegen 5 die Teilnahme am Qualifikationsturnier untereinander aus. Das heißt, da Fuchs/Kaczmarek momentan in der Weltrangliste vor Böckermann/Flüggen, stehen, würden sie, Stand heute, im Falle eines Länderausscheides gegen Betzien/Rudolf (6.) spielen. Für Turniere auf europäischer Ebene wird dieses Vorgehen weiter heruntergebrochen. 

"Wir hoffen, dass es uns in Zukunft wieder gelingen wird, auch bei den Männern wieder ein drittes Team im Hauptfeld der World Tour zu etablieren", sagt DVV-Beach-Koordinator Raimund Wenning. Die Country Quota sieht er da als gutes Mittel. "Es ist schon ein enormer Druck, aber wenn man die Country-Quota-Mühlen besteht, ist man mental bereit, die anderen Teams der Welt zu schlagen", sagt er. Beste Beispiele dafür sind Olympiasieger Julius Brink/Jonas Reckermann sowie Katrin Holtwick/Ilka Semmler, die sich in ihren ersten Jahren im Sand bei den Länderausscheiden durchgebissen haben.


Das wird eine Materialschlacht

Thomas Kaczmarek, Partner von Sebastian Fuchs, hat schon seine Erfahrungen mit dem Länderausscheid gemacht. Des Öfteren musste er auch schon nach nur einem Spiel seine Tasche packen und wieder nach Hause fahren. "Das ist schon ärgerlich, wenn man dann rausfliegt, aber sportlich ist das die fairste Lösung", findet Fuchs. "Das sieht man dann, wer wirklich will, das ist dann eine Materialschlacht."

Immer wieder wurde auch thematisiert, warum diese Länderausscheide nicht auf deutschem Boden stattfinden. "Wir haben da sin den vergangenen Jahren mehrfach und intensiv diskutiert, bei genauem Hinsehen uns aber aufgrund der vielen Probleme dagegen entschieden", erkärt Wenning. Angefangen bei einem möglichen Termin, der außerhalb der internationalen Turniere liegen muss, bis hin zu der Frage, für welchen Zeitraum dieser Ausscheid dann gilt. Das viel gepriesene Modell der Amerikaner, die ihre Country Quota im eigenen Land abhalten, hat nämlich auch seine Tücken. Bei dem Ausscheid werden die Turnierteilnahmen für mehrere Monate ausgespielt. "Dann hast du einmal einen schlechten Tag und kannst gleich eine ganze Weile keine internationalen Turniere spielen", sagt Fuchs. "Wenn man zu dem Turnier hinfliegt,  ist das auch noch einmal etwas anderes. Man investiert, und versucht, mit dem Beach-Volleyball sein Leben zu bestreiten. Das sind dann auch die Indizien dafür, dass man wirklich alles reinlegt", sagt er.

Warum der Weltverband unter der Leitung des Brasilianers Ary Graca die Country Quota wieder eingeführt hat, darüber gibt es unterschiedliche Vermutungen. "Ich glaube, dass die Brasilianer sich mit der Abschaffung keinen Gefallen getan haben und gesehen haben, dass es nicht funktioniert", sagt Fuchs. Wenning vermutet, dass der Druck der Spieler auf den Verband zu groß geworden sei. Die Spielervertreterin Lauren Fendrick (USA) soll das Ansinnen der FIVB vorgetragen haben. "Was richtig ist und was falsch, kann man glaube ich nicht sagen, aber aus dem System mit der Country Quota sind auch unsere Olympiasieger entstanden", sagt Fuchs.

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