Zwei Abwehrspieler auf Tour

Beach national

Ganze 15 Jahre Altersunterschied liegen zwischen Eric Stadie und Marcus Popp. Warum sich die beiden Abwehrspieler trotzdem dazu entschieden haben, 2018 gemeinsam in den Sand zu gehen.

Blockspieler auf hohem Niveau gesucht

Man nehme zwei erfolgreiche Abwehrspieler, die beide in Berlin leben sowie (erfolglos) auf der Suche nach einem Blockspieler für die anstehende Saison sind, lässt sie gemeinsam auf einem Snow-Volleyball-Turnier spielen und schon hat man eine der ungewöhnlichsten Team-Kombinationen der nationalen Beach-Szene: Der 21-jährige Eric Stadie und der 36-jährige Marcus Popp werden in dieser Spielzeit als Duo auf der nationalen Beach-Volleyball-Serie spielen.

Dabei mag es zunächst verwunderlich erscheinen, dass Stadie nicht weiterhin mit seinem bisherigen Partner Sebastian Fuchs zusammenarbeitet, waren sie doch im September noch Vize-Meister in Timmendorfer Strand geworden. Tatsächlich hätte das auch dem Wunsch Stadies entsprochen, Fuchs habe sich aber dazu entschieden, seinen Fokus auf seine Tätigkeit als Beach-Volleyball-Trainer in Hamburg zu verlegen, so Stadie. „Nachdem unser Bemühen erfolglos blieb, fanden wir, dass wir als Duo auch eine gute Lösung wären“, erklärt der Berliner. „Zwischen uns ist die Stimmung schon immer entspannt gewesen. Das ist für uns beide wichtig, nur so können wir auch gut spielen“, ergänzt Popp.

Dass zwei Abwehrspieler auch auf hohem nationalen Niveau erfolgreich sein können, haben im vergangenen Jahr Paul Becker und Jonas Schröder bewiesen. „Da wir beide hauptsächlich als Abwehrspieler gespielt haben, wird unsere Stärke sicherlich nicht im Blocken liegen. Ähnlich wie Becker/Schröder werden wir uns am Netz abwechseln, unsere Spezialitäten sind sicherlich andere Elemente“, sagt Stadie dazu und lacht. 


Ein Projekt mit offenem Ende

„Für die nächsten Jahre ist international spielen schon mein Ziel. Dieses Jahr wird das aber schwierig, obwohl ich Ende April gemeinsam mit Paul Becker nach Asien fliegen werde“, sagt Stadie. In Malaysia findet dann ein Ein-Sterne-Turnier statt. Es ist die Chance, sich – in Abwesenheit der meisten Nationalteams – auch international zu präsentieren und Spielpraxis auf höherem Niveau zu sammeln. Gleichzeitig ist es für Stadie auch eine Möglichkeit, das Modell mit zwei Abwehrspielern zu testen.

Wie lange Eric Stadie und Marcus Popp gemeinsam spielen werden, ist erst einmal offen – und erfolgsabhängig. „Wenn wir jetzt jedes Turnier auf der Tour gewinnen, wäre es natürlich dumm zu sagen, wir hören auf. Dazu wird sich an den Konstellationen bis 2020 im Herren-Bereich wahrscheinlich nicht mehr allzu viel tun.“ 

Nur zwei Jahre vor den nächsten Olympischen Spielen wird der Fokus naturgemäß auf das Finden von Routinen gelegt, dass es in der Spitze noch große Veränderungen in den Teamkonstellationen gibt, erscheint da in der Tat unwahrscheinlich. Damit würde beiden Spielern auch weiterhin die Alternative für die Blockposition fehlen.


Im Schnee zu Olympia

Ganz auf den Sand verzichten konnte Stadie trotz Engagement beim Hallen-Zweitligisten SV Lindow-Gransee auch im Winter nicht. Ausprobiert hat er aber auch einen weiteren Untergrund: In Zinnowitz spielte er gemeinsam mit Popp ein Snow-Volleyballturnier – und gewann es: „Privat verstehen wir uns schon länger, in Zinnowitz haben wir gemerkt, dass es auch volleyballtechnisch funktionieren könnte.“ 

Gerade für Stadie könnte Snow-Volleyball eine ernsthafte Alternative sein. Mit seinen 21 Jahren zählt er zu denjenigen, für die Olympia 2026 relevant ist. Sollte Snow-Volleyball bis dahin tatsächlich olympisch werden, könnte es für Stadie die Tür zu seinem großen Ziel werden: „Merkt man nach 2020, dass man immer noch im Schatten der Nationalteams steht, könnte Snow-Volleyball der Weg sein, seinen Traum von Olympia doch noch zu erfüllen. Ob das in der Halle, im Sand oder im Schnee ist, ist erst einmal zweitrangig.“


Spaß am Volleyball

Den Traum von Olympia hat Popp sich (in der Halle) bereits zweimal erfüllt. Dennoch kann er es einfach nicht lassen, einen (Beach-)Volleyball in die Hand zu nehmen: „Ich denke überhaupt nicht ans Aufhören, habe immer noch Lust und bin hochmotiviert. Der Spaß stand bei mir schon immer im Mittelpunkt, im Beach-Volleyball ganz besonders“. Mit der vergangenen Saison war der Vize-Meister von 2009 überhaupt nicht zufrieden, beste gemeinsame Platzierung mit Routinier Kay Matysik war nur einmal Rang fünf. Trotz allem Spaß sollen für Popp auch die Ergebnisse stimmen, gilt doch schließlich: „Wenn du auf so hohem Niveau startest, willst du immer gewinnen und Deutscher Meister werden – wie realistisch das ist, darüber lässt sich streiten. Wir wollen aber auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden.“

Stadie wird weiterhin am Olympiastützpunkt in Berlin trainieren, fünf bis sechs Balleinheiten stehen auf dem Plan. Nur zwei bis drei davon werden Popp und Stadie gemeinsam bestreiten, gerade dem 36-jährigen Popp reicht das aus: „Ich denke, dass wir das spontan je nach Gefühl entscheiden werden. Eric ist ja auch am Stützpunkt aktiv, da gehe ich gerne mit hin und nutze das. Da können wir uns richtig gut vorbereiten.“ Bisher hat das Duo noch nicht gemeinsam trainiert, mit der Vorbereitung auf die Saison wollen sie ab Mitte April beginnen. Inwieweit das Team für Furore sorgen kann, wird sich dann ab Juni zeigen: Das erste Turnier der Saison steht vom 8. bis 10. Juni in Münster an.

Tipps für kleine Beach-Volleyballer in Sachen Block

Tourspieler Paul Becker ist seit seiner Teambildung mit Jonas Schröder als Blockspieler im Einsatz und macht einen tollen Job, obwohl er nicht von einer überragenden Körpergröße profitieren kann. In diesem Video verrät er dir seine Tipps und Tricks...

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