Interview mit Maarten Lammens: "Unüberlegt und asozial"

 

Für Maarten Lammens endete die diesjährige Saison aus sportlicher Sicht sehr enttäuschend. Für den 26-jährigen Abwehrspieler fielen die Deutschen Meisterschaften 2009 aufgrund eines bislang noch unbestätigten Dopingverstoßes seines Beach-Partners Stefan Uhmann aus. Wie Maarten Lammens auf diese Nachricht reagierte und was er in Zukunft plant, erfahrt ihr hier...

Für Maarten Lammens endete die Beach-Saison 2009 mit einem enttäuschenden Erlebnis. Der 26-jährige Abwehrspieler konnte aufgrund von "abweichenden Analyseergebnissen" seines Beach-Partners Stefan Uhmann bei einer auf Usedom genommenen Dopingprobe nicht am Saisonhöhepunkt Deutsche Meisterschaften teilnehmen und war zum Zuschauen verdammt. Der DVV suspendierte nach Bekanntwerden der Ergebnisse den 2,12 Meter großen Blockspieler Uhmann umgehend für alle weiteren Turniere. In den Richtlinien des DVV war für diesen erstmals aufgetretenen Vorfall jedoch keine Lösung zu Gunsten Lammens verankert. Somit guckte Lammens in die Röhre und durfte seine sportliche Saisonleistung zum Ende der Spielzeit nicht krönen. Stefan Uhmann konnte bislang zu diesem Thema nicht befragt werden. Der Blockspieler ist derzeit für Anfragen nicht erreichbar.

 

 

Hallo Maarten, schön, dass du dich zu einem Interview bereit gestellt hast. Für dich sind in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften ins Wasser gefallen aufgrund eines derzeit noch nicht geklärten Sachverhaltes bezüglich einer positiven Dopingprobe Stefan Uhmanns. Wie hast du davon erfahren?

Maarten Lammens: "Ich habe davon am Mittwoch den 26. August erfahren, also zwei Tage vor Beginn der Deutschen Meisterschaften 2009. Stefan hat mir eine SMS geschickt, daraufhin habe ich ihn angerufen, und er hat mir erzählt was los war."

 

Was genau hat er dir erzählt?

"Er sagte, dass seine Dopingkontrolle, welche beim Turnier auf Usedom durchgeführt wurde, positiv ausgefallen wäre…"

 

Und auf was hat man Stefan Uhmann positiv getestet?

"Dazu kann ich momentan keine Stellung beziehen, da es immer noch ein laufendes Verfahren ist."

 

Wie hast du reagiert?

"Zunächst war es natürlich ein Schock für mich, jedoch hatte ich bis dato noch die Hoffnung, bei der DM mit einem anderen Spieler teilnehmen zu können. Nach Gesprächen mit DVV-Beach-Koordinator Raimund Wenning und dem Geschäftsführer der DVS, Holger Brusch, und dem mehrmaligem Wälzen der Durchführungsbestimmungen war jedoch schnell klar, dass eine Teilnahme aufgrund des Sachverhaltes für mich unmöglich war. Das war eine riesen Enttäuschung!"

 

Nachdem Stefan Uhmann bereits in der Vergangenheit des Öfteren abseits des Courts negativ aufgefallen war, zuletzt sogar eine über mehrerer Monate verhängte Meldesperre absitzen musste, wie überrascht warst du von dieser erneuten Verfehlung?

"Kein Kommentar!"

 

Wenn du auf die abgelaufene Saison zurückblickst, wie zufrieden bist du mit dem Verlauf und deiner sportlichen Leistung?

"Eigentlich war es keine schlechte Saison, aber sie hätte in Deutschland noch etwas besser ausfallen können, wenn Stefan etwas mehr Trainingseifer gezeigt hätte. International lief in diesem Jahr leider nicht viel, was ich sehr bedauere. Ich hätte Lust gehabt, World Tour zu spielen, was auch Sinn gemacht hätte, da Stefan genug Punkte für die internationalen Turniere mitgebracht hätte. Nach einem Gespräch in München, initiiert von Bundestrainer Jörg Ahmann, mit Stefan Uhmann, Stefan Windscheif und mir hat Ahmann sich für eine Teamkonstellation Uhmann/Windscheif aufgrund der damals anstehenden FIVB Grand Slam Turniere ausgesprochen, uns Spielern jedoch die Entscheidung überlassen. Stefan Uhmann signalisierte mir, dass er mit der Konstellation Uhmann/Windscheif gewillt sei, bei den Grand Slam Turnieren anzutreten. Daraufhin habe ich mein Einverständnis gegeben, weil ich mich nicht querstellen wollte. Von da an spielte ich die nächsten Turniere mit Alexander Walkenhorst zusammen."

 

Hast du aufgrund der Dopingvorwürfe irgendwelche Konsequenzen zu befürchten, wie zum Beispiel die Rückzahlung von Preisgeldern?

"Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was mich da noch erwartet. In Frage kommen würde dann ja nur das smart beach tour Turnier in Bonn, welches Stefan und ich gewonnen haben, da dieses das einzige Turnier war, welches wir nach der Dopingkontrolle noch zusammengespielt haben. Eigentlich denke ich nicht, dass ich selbst mit Konsequenzen zu rechnen habe. Schließlich bin ja nicht ich positiv getestet worden. Aber ich lasse mich in dieser Hinsicht einfach mal überraschen."

 

Wie geht es jetzt mit dir aus sportlicher Sicht weiter?

"Keine Ahnung, erst mal bin ich partnerlos und bleibe das auch…"

 

Was genau heißt das?

"Ich denke, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr spielen werde, außer es findet sich noch ein entsprechender Blockspieler mit dem es sportlich und menschlich passt. Ansonsten werde ich mich zunächst mal auf meinen Einstieg ins Berufsleben fokussieren."

 

Das hört sich nach Karriereende an. Ist es nicht traurig so Abschied zu nehmen?

"Ja, das ist wirklich sehr bitter und enttäuschend für mich. Stefan kann machen was er will, aber in diesem Fall zieht er andere, also konkret mich, mit in etwas hinein, was sehr unüberlegt und asozial ist. Das wünsche ich keinem anderen Spieler, leider ist es nun mal so gekommen."

 

Gab es für diesen seltenen Sachverhalt keine eindeutige Regelung beim DVV, der dir eine Teilnahme hätte ermöglichen können?

"Im Regelwerk ist nur eine Vorgehensweise für eine Teilnahme aufgrund einer Verletzung festgehalten, nicht aber für diesen speziellen Fall. Bei den Deutschen Meisterschaften 2006 gab es die Überlegung Stefan Uhmann (Huth/Uhmann) aufgrund seiner Verfehlung beim Turnier in Vaduz für die DM zu sperren. Damals stand Florian Huth fast vor einer ähnlichen Situation, dass er nicht hätte teilnehmen können. Man könnte daher auf DVV-Seite mal darüber nachdenken, die derzeitigen Statuten anzupassen. Dennoch war mir bereits vor Beginn der Saison klar, dass wenn ich mit Stefan Uhmann spiele, ich auch eventuell sportliche Konsequenzen zu tragen hätte."

 

Wir bedanken uns für dieses Gespräch und wünschen dir alles Gute für deine weitere Zukunft.

"Vielen Dank!"

beach-volleyball.de Partner

  • Mikasa
  • Schauinsland Reisen
  • Techniker Beach Tour
  • Die Techniker
  • sportwetten.de