UPDATE!

In der ersten Qualifikations-Runde setzen sich Laura Ludwig und Louisa Lippmann im direkten Duell durch und buchen damit ihr Ticket zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Während Louisa Lippmann als Debütantin antritt, werden es für Laura Ludwig bereits die fünften Olympischen Spiele sein.

Das Qualifikations-Ranking

Frauen Männer

Der Podcaster Max Behlen erklärt in zwei Reels nochmal genau, welche Ergebnisse für welches Team reichen. Es lohnt sich hier reinzuschauen!

Teil 1 Teil 2

Welche Qualifikationswege gibt es?

Fangen wir vorne an. Insgesamt können sich 24 Männer- und 24 Frauen-Teams für Paris qualifizieren, allerdings gibt es pro Land und pro Geschlecht maximal zwei Startplätze. Deutschland kann also im Bestfall mit insgesamt vier Teams, zwei Männer- und zwei Frauenteams vertreten werden.

Als Gastgeberland hat Frankreich bereits pro Geschlecht einen Platz sicher. Und auch die Sieger der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft 2023 bekommen automatisch einen Startplatz für Olympia. Das sind in diesem Jahr die Jungs aus Tschechien und die Mädels aus den USA.

Weitere 34 Plätze (17 pro Geschlecht) werden nach der offiziellen FIVB-Olympia-Rangliste vergeben und genau da wird’s ganz schön spannend. Bis zum 10. Juni können die Punkte dort nämlich noch aufpoliert werden. Wie das funktioniert, erklären wir euch einmal:

Die internationalen Rankings für Olympia umfassen die zwölf besten Turnierergebnisse seit 1. Januar 2023. Die gültigen Veranstaltungen dafür sind die FIVB-Weltmeisterschaften 2023, die Beach Pro Tour mit allen Kategorien und die Continental Tours Finals. Aktuell läuft, bis zum 9. Juni noch, das Elite16 Turnier in Tschechien, einer der offiziellen Wettbewerbe in welchen die Teams Punkte für die FIVB Olympia Rangliste sammeln können. Beim Elite16 Turnier können maximal 600 Punkte für die Weltrangliste gesammelt werden.

Wer darf hoffen, wer muss bangen?

Wir fangen mal mit den Frauen an, da ist nämlich noch einiges offen. Während Svenja Müller und Cinja Tillmann den elften Platz im Olympia Quali Ranking belegen und somit ganz sicher in Paris mit dabei sind, wird es etwas weiter unten in der Liste ordentlich spannend. Aktuell sind nämlich drei Deutsche Teams unter den Top 17, es dürfen sich allerdings nur zwei qualifizieren. Hier entscheidet es sich jetzt zwischen Laura Ludwig und Louisa Lippmann oder Sandra Ittlinger und Karla Borger.

Nachdem sie am vergangenen Wochenende beim Olympia Quali Turnier in Polen beide im Achtelfinale scheitern, konnten weder Ludwig/Lippmann ihren Vorsprung erhöhen, noch konnten Ittlinger und Borger an den beiden vorbeiziehen. Somit bleibt es bei 220 Punkten, die die beiden trennen und die Entscheidung, wer den begehrten Olympia Platz bekommt, wird auf das letzte Turnier in Ostrava vertagt. Ludwig und Lippmann haben es hierbei selber in der Hand, ihren kleinen Vorsprung beizubehalten und ihr Ticket für Olympia zu ziehen, während Ittlinger und Borger sowohl selber abliefern müssen als auch hoffen, dass Ludwig und Lippmann wenig Punkte holen. Wie Borger und Ittlinger den Sprung nach Paris noch schaffen, haben wir einmal nachgerechnet.

Sobald Ludwig und Lippmann dritter werden ist es für Borger und Ittlinger nicht mehr möglich die Punkte aufzuholen. Die beiden müssen sowieso mindestens fünfter werden, um überhaupt eine Chance zu haben, dann aber auch nur, wenn Ludwig und Lippmann 13. oder schlechter sind. Falls die beiden den Wettbewerb gewinnen sollten, dürften Ludwig und Lippmann sogar vierter werden und haben trotzdem weniger Punkte. Ludwig und Lippmann haben natürlich einen ganz klaren Vorteil, sind aber trotzdem noch nicht sicher mit dabei. Alle möglichen Endergebnisse könnt ihr detailliert auch auf dem Instagram Profil @maximumbeachvolleyball nachlesen.

Die Männer müssen im Nations-Cup ran

Bei den Männern ist es eine ziemlich klare Sache, dass Nils Ehlers und Clemens Wickler stehen in der Rangliste auf Platz vier und werden ihren wohlverdienten Olympia-Platz nicht mehr hergeben. Für das nächstbeste Deutsche Team, bestehend aus Lukas Pfretzschner und Sven Winter ist es nicht mehr möglich eine dieser siebzehn Plätze zu bekommen, da sie zu wenig Turniere gespielt haben. Aber auch das heißt nicht, dass sie auf Olympia verzichten müssen, wer mitgerechnet hat, hat gemerkt, dass es noch fünf Plätze pro Geschlecht gibt, die offen sind. Diese gehen dann an die Siegerduos der fünf kontinentalen Olympia Turnieren. Das entscheidet sich zwischen dem 13. und 23. Juni und garantiert, dass jeder Kontinent bei Olympia vertreten sein wird.

Wo wird es noch spannend?

Nicht nur für die Deutschen ist es noch spannend, auch in anderen Nationen laufen noch ziemlich spannende Rennen. In der Schweiz haben wir bei den Frauen eine ziemlich ähnliche Situation wie in Deutschland. Ein Team (Hüberli/Brunner) ist auf jeden Fall mit dabei, während das Rennen um das zweite Olympia Ticket noch spannend ist. Und als wäre das nicht so oder so schon spannend genug, stehen hier auch noch zwei Schwestern in Konkurrenz. Zoé und Anouk Vergé-Dépré sind nur 320 Punkte voneinander getrennt, das direkte Duell letzte Woche gewann die ältere Schwester Anouk Vergé-Dépré mit ihrer Partnerin Joana Mäder gegen Zoé Vergé-Dépré und Esmée Böbner. Auch hier fällt die Entscheidung am letzten Turnier in Ostrava.

Generationenkampf in den Niederlanden

Auch bei den Männern gibt es noch ein paar letzte Entscheidungen, die ausstehen. Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden entscheidet es sich zwischen dem erfahrenen Team bestehend aus Brouwer und Meeuwsen, die sowohl schon den Weltmeistertitel, als auch eine Olympia-Medaille mitnehmen durften und den jüngeren Immers und van de Velde, die zwar auch international schon mal vertreten waren, aber bisher noch keinen Titel im Gepäck haben. Bisher sieht’s für Immers/van de Velde besser aus, die liegen mit 220 Punkte vor Brouwer/Meeuwsen, doch auch hier kann sich das in den nächsten Tagen nochmal ändern.

Der letzte Kampf um’s Olympia Ticket findet nicht innerhalb einer Nation statt, sondern direkt über einen Kontinent hinaus. Aktuell sind Hörl/Horst aus Österreich genau punktegleich mit den Grimalt-Cousins aus Chile, wer also im letzten Turnier mehr Punkte holt ist dabei, der andere ist jeweils raus.

Ihr seht, es könnte sowohl in Deutschland, als auch in den anderen Nationen kaum spannender noch sein. Ob Deutschland im Endeffekt mit drei oder vier Teams vertreten sein wird, welches der Frauen-Teams sich durchsetzt, was das Geschwister-Duell macht und ob unsere Nachbarn aus Österreich dabei sind, all das entscheidet sich in den nächsten Tagen/Wochen und sind wir mal ehrlich, so viel Spannung macht die Vorfreude auf Olympia doch nur noch ein bisschen größer.

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