Beach-Volleyball anders gedacht: Die Idee der Beach-Liga

Beach-Volleyball als Ligasystem?

In der Spielerszene wird derzeit die Machbarkeit eines neuen Beach-Volleyball-Wettbewerbs ausgelotet. Viel hängt ab von der Corona-Krise, ob und wann das Projekt starten kann.

Eine E-Mail zum Anfang

Es fühlt sich an wie ein zartes Pflänzchen, das behutsam gegossen wird, um es wachsen zu sehen. In Zeiten der Corona-Krise, in der es für Sport allgemein und damit auch für Beach-Volleyball keine Turniere und Wettkämpfe gibt, hat sich ein Trio von Wegbegleitern der Sandvariante des Volleyballs aufgemacht, die Idee der Schaffung eines Ligasystems zu entwickeln.

Daniel Wernitz (Spielervertreter), Constantin Adam (Manager des Nationalteams Karla Borger/Julia Sude) und Marcus Prüsener (Geschäftsführer der Media-Agentur Kupconcept) haben sich Mitte April in einer Mail unter dem Betreff „Die Beach Liga – Beachvolleyball im Sommer 2020” an einen großen Aktivenkreis gewandt, um ihr Projekt vorzustellen: „Während viele Verbände und Organisatoren noch in einer Art Schockstarre verweilen, haben wir eine Idee entwickelt, um diese Lähmung zu durchbrechen.”

Die Idee

Gemeint ist eine „Art Ligasystem, in dem wir Hin- und Rückspiele der jeweiligen Teams, innerhalb von jeweils zwei Wochen pro Geschlecht gegeneinander durchführen.” Zeitlicher Aufwand pro Team, so schreiben sie: „Minimum zwei Mal eine Spielwoche á sieben Spieltage im Ligasystem (zwei Spiele pro Tag) an einem Standort in Deutschland mit abschließendem Final-Four-Wochenende bei Qualifikation dafür.”

Mit der Mail an einen großen Verteiler wollen die Urheber der Idee die Bereitschaft unter den Teams ausloten, um weiter planen zu können. Constantin Adam weiß, „dass vieles noch unklar und nicht ausgereift ist, was auch der aktuellen Corona-Krise geschuldet ist, in der keiner weiß, wann was möglich ist.” Zudem, so der Stuttgarter, „wollen wir keine Luftschlösser bauen”: „So lange es keine Vorgaben gibt, unter denen wir Wettkämpfe durchführen können, können wir nichts fest planen. Das Interesse der Spieler ist mehrheitlich spürbar, so dass wir eine Grundlage haben, daran weiter zu arbeiten.”

Im Gespräch mit einem Landesverband

Ein Spielort könnte Düsseldorf sein. Als Sponsoren für das Projekt kommen derzeit Wettanbieter in Betracht, die aktuell ihrem Klientel kaum etwas an Sportwetten offerieren können. Denn als derzeit noch einzig mögliches großes Beach-Volleyball-Event für das Jahr 2020 ist die Austragung der Deutschen Meisterschaften im Gespräch, nachdem die Techniker Beach Tour, das Majors in Hamburg und viele andere Veranstaltungen gestrichen wurden.

Die Planer des Ligasystems haben auch bereits Gespräche mit Verbandsvertretern im Deutschen und Westdeutschen Volleyball-Verband (WVV) geführt, sagt Adam. „Wir haben die Genehmigung des WVV für ein Landesverbandsturnier, bei dem keine Ranglistenpunkte vergeben werden. Es soll ein Einladungsturnier werden, hinter dem der Westdeutsche Volleyball-Verband steht.”

“Vielleicht ist es an der Zeit, im Beach-Volleyball ein wenig umzudenken”

Vielmehr kann oder will Constantin Adam derzeit nicht preisgeben: „Alles ist von der Entwicklung im Zusammenhang mit Corona abhängig. Wir wollen den Sport am Leben halten, wären aber erst einmal froh, ein Event in diesem Jahr auf die Beine zu bekommen.” Eine konkrete Zeitschiene gibt es nicht, aber einen Wunsch hat Adam: „Ein Traum wäre es, im Juni beginnen zu können.”

Ein persönlicher Traum ist für ihn auch die Aufstockung auf ein höheres Level: „Eine Bundesliga hinzubekommen, vielleicht unter dem Klubnamen der Hallen-Bundesligisten, wäre schon ein Ziel. Aber das ist in weiter Ferne. Vielleicht ist es an der Zeit, im Beach-Volleyball ein wenig umzudenken.”

Die Idee: nicht neu

Neu ist die Idee der Gründung einer Beach-Bundesliga nicht. Bereits vor mehr als 15 Jahren gab es Bestrebungen durch Agenturen und Verbandsvertreter in diese Richtung. Allerdings stellten die Beteiligten schnell fest, wo sie auf Grenzen stießen. Die Einführung einer Bundesliga war schon damals nur sinnvoll, wenn regelmäßig Top-Teams zum Einsatz kommen.

Angesichts der Situation, dass Nationalteams mit Blick auf Preisgelder, Weltranglistenpunkte und Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften sowie an Olympischen Spielen ihre Priorität auf die internationalen Serien legen, war das Interesse von Bundesligavereinen mäßig bis nicht vorhanden – auch heute noch liegt der Fokus der Beach-Stars auf der internationalen Serie.

Schon 2004 gab es Gespräche mit Spitzenklubs wie Bayern München, dessen Vertreter die Idee aber ablehnten und sich lieber auf Fußball und letztlich Basketball konzentrierten. Ob ein solches Projekt heutzutage auf mehr Unterstützer trifft, bleibt eine spannende Frage. Abhängig ist es nicht nur vom Willen der Aktiven, die angeschrieben wurden, sondern auch von der Entwicklung der Corona-Krise.

Wer wo spielt (17. - 19.7.)

Auf den beiden Turnierseiten findest du alle Infos.

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