Abschied einer Legende: Marcus Popp hört auf

Deutsche Meisterschaft 2019

Mehr als ein Jahrzehnt lang drückte Marcus Popp der Volleyball-Szene seinen Stempel auf. Seine Liste der Erfolge: lang. „Die waren mir nie so wichtig. Es ging mir immer darum, mit den Jungs zusammen zu sein, in der Kabine Witze zu machen“, sagt Popp.

Mehr als 16 Jahre als Profi in der Welt unterwegs

Der letzte Punkt war eher unspektakulär, sogar das letzte Spiel war es. Mit einem Angriff ins Netz besiegelte Marcus Popp die 0:2-Niederlage (11:21, 12:21) im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft, gejubelt wurde auf der Gegenseite bei Paul Becker und Jonas Schröder, die erstmals in ihrer Karriere im DM-Halbfinale stehen.

Es war das letzte Spiel von Marcus Popp (37) als Volleyball-Profi, das letzte Spiel eines Protagonisten, der der Volleyball-Szene mehr als ein Jahrzehnt lang seinen Stempel aufdrückte. Schon vor der Deutschen Meisterschaft war klar, dass Popps 12. DM-Teilnahme die letzte sein würde.

Von daher war die Atmosphäre bei den insgesamt vier Popp-Abschiedsspielen in Timmendorfer Strand eine ganz besondere: Viele aktive und ehemaligen Athleten schauten sich die Partien des Altmeisters an, es war, als wollte jeder noch einmal ein bisschen was von der Marcus-Popp-Aura aufsaugen, bevor mit dem Abschied des Altstars zweifelsfrei eine Volleyball-Ära beendet wird. „Ich habe sie ja alle überlebt“, sagt Popp, „viele ehemalige Spieler, gegen die ich vor zehn Jahren noch gespielt habe, sehen in mir vielleicht noch den Einen der letzten Generation.“

Popp kann auch emotional

Seine Freundin Karoline Fröhlich, die in der vergangenen Saison selbst noch in Timmendorfer Strand im Einsatz war, fiebert bei jedem Spiel mit und hat bemerkt, dass „Marcus hier anders auftritt. Ich habe ihn lange schon nicht mehr so hart angreifen sehen.“ Für seinen letzten Auftritt im Sand blühte Popp noch einmal richtig auf und schaffte es mit seinem Partner Milan Sievers bis ins Viertelfinale und auf Platz fünf des Turniers – und das, obwohl das Duo an Rang 16 gesetzt war und erst mit dem letzten Turnier in Kühlungsborn überhaupt die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft klar machte. „Sehr aufgeregt war ich in Kühlungsborn, da war es ja viel wahrscheinlicher, dass wir die DM nicht schaffen“, sagt Popp, „und da sind dann auch ein, zwei Tränen geflossen.“

Für den 16 Jahre jüngeren Milan Sievers war der Zusammenschluss mit Popp ein Glücksfall. „Marcus ist so ein geiler Typ, ein netter Mensch, es ist sehr schade, dass er aufhört.“ So geht es vielen in der Szene, die die ehrliche, offene und sympathische Art von Popp sehr geschätzt haben. Und Respekt hatten vor den sportlichen Leistungen, die er in seiner Karriere erbracht hat.

Die Liste der Erfolge: lang.

In der Halle wurde er nationaler Meister und Pokalsieger in Deutschland und Frankreich, nationaler Meister in Argentinien, hat die Olympischen Spiele 2008 in Peking erlebt. Im Beach-Volleyball war sein größter Erfolg sicherlich der Vize-Meistertitel in Timmendorfer Strand im Jahr 2009 an der Seite von Björn Andrae – das Endspiel gegen Julius Brink und Jonas Reckermann ist noch immer eines der spannendsten in der Geschichte des Beach-Volleyballs.

„Ich habe schon immer gesagt, die Erfolge waren mir nicht so wichtig. Es ging mir immer darum, mit den Jungs zusammen zu sein, in der Kabine Witze zu machen. Das hat mich ausgefüllt.“ Was füllt Popp dann aus, wenn er nicht mehr Volleyball spielt? „Alkohol, dann muss ich anfangen zu saufen“, sagt er und lacht. Auch das ist Popp-Humor, den man in der Szene vermissen wird. Wahrscheinlicher aber ist es, sagt Popp, dass er sein Wissen an Junioren-Volleyballer weitergeben wird. So bleibt er wenigstens der Volleyballszene erhalten.

    beach-volleyball.de Partner

    • Mikasa
    • Schauinsland Reisen
    • Techniker Beach Tour
    • Die Techniker
    • Website WM