Doppeltes Comeback von Aulenbrock und Schneider

smart super cup Münster

Christine Aulenbrock und Sarah Schneider sind wieder da. Beide habe in den vergangenen Monaten Rückschläge gemeistert, nun wollen sie gemeinsam für eine besondere Spielenergie auf der deutschen Tour sorgen.

Die Leidenschaft geht nicht einfach weg

Christine Aulenbrock muss einen Moment überlegen. „Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal in einer Quali für die smart beach tour stand“, sagt sie. Fünf Jahre ist das her. Der Ort ist derselbe geblieben. Auch 2011 startete die damals 19-Jährige beim super cup in Münster – an ihrer Seite war da Chantal Laboureur, die derzeit um einen Platz bei den Olympischen Spielen kämpft.

Das Talent, diesen Weg zu gehen, hätte Aulenbrock auch gehabt. Die 24-jährige Athletin, die am Freitag zum ersten Mal seit drei Jahren wieder den Sand bei der smart  beach tour betritt, gehört eigentlich nicht in die Qualifikation. Die 1,84 Meter große Blockspielerin war U19-Weltmeisterin, U20 Europameisterin und belegte 2013 bei der U23 WM den fünften Platz. Bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorf feierte sie mit Partnerin Cinja Tillmanns im gleichen Jahr Rang sieben – doch dann war Schluss.


Beach-Volleyball rückte in den Hintergrund

Ein persönlicher Schicksalsschlag warf ihr Leben durcheinander und verwandelte den bisherigen Lebensinhalt Beach-Volleyball zu einem Nebenschauplatz. „Ich brauchte eine Pause, um mich mit persönlichen Dingen auseinanderzusetzen“, sagt Aulenbrock. Das bisher Erreichte hinter sich zu lassen, war ein mutiger Schritt der ehemaligen Sportsoldatin. Heute blickt sie positiv auf diese Zeit zurück: „Wenn du einen Rückschlag erleidest, dann hat das immer eine Bedeutung und einen Sinn für etwas anderes. Ich denke, dass man in schweren Zeiten am meisten wächst und viel lernen kann.“

Im Juli vergangenen Jahres kehrte Aulenbrock zum ersten Mal in den Sand zurück. Anna Hoja (auch in der Qualifikation in Münster) überredete sie zu einem gemeinsamen Turnier in Coesfeld. „Ich war positiv überrascht, wie gut ich mich bei dem Turnier gefühlt habe“, sagt Aulenbrock. Danach verspürte sie immer häufiger den Wunsch, wieder auf der deutschen Tour zu spielen. „Beach-Volleyball war ja immer meine Leidenschaft, das geht ja nicht einfach weg“, sagt sie.


Ein Jahr voller Höhepunkte – und Schmerzen

Am Freitag feiert Aulenbrock nach fast drei Jahren Pause ihr Comeback auf dem Schlossplatz in Münster. Doch eigentlich ist es gleich ein zweifaches Comeback, denn auch ihre neue Partnerin Sarah Schneider hat eine Beach-Volleyball-Pause hinter sich. Die 20-Jährige reiste im April 2015 als die neue Nachwuchshoffnung ins Trainingscamp in die Türkei. U23-Bundestrainer Elmar Harbrecht sagte ihr eine rosige Zukunft voraus und fand nur lobende Worte für die talentierte Athletin. 

2014 hatte Schneider Silber bei der U19-WM, Bronze bei den olympischen Jugendspielen in Nanjing und Gold bei der Deutschen Meisterschaft der U19 gewonnen. „Das war bislang das Highlight meiner Karriere“, sagt sie. Allerdings hat sie keines dieser Turniere ohne Schmerzen bestritten. Immer wieder hatte die 1,84 Meter große Frankenbergerin Kniebeschwerden. „Ich habe Probleme mit der Patellaspitze, seit ich denken kann“, sagt sie. „Eigentlich hätte ich mein Pensum in dem Jahr schon runterschrauben sollen.“


Nach dem Abi kam der Tiefschlag

Doch so richtig konnte sie die Verletzung nicht einordnen, spielte erst einmal weiter, schließlich war sie ja auch fast ohne Springen und mit halber Kraft überaus erfolgreich. „Manchmal wünsche ich mir, dass mir jemand die Entscheidung abgenommen hätte und ich früher schon pausiert, beziehungsweise auf meinen Körper gehört hätte", sagt Schneider. "Aber letztendlich muss man lernen, selber Verantwortung für sich zu übernehmen.“

Im Trainingslager traf sie dann die Entscheidung, nicht wie geplant mit Jenny Heinemann in die Saison einzusteigen. „Ich habe dann erst einmal mein Abi gemacht und danach hatte ich plötzlich nichts zu tun – das war ein krasser Tiefschlag“, sagt sie. Im August war sie dann aber das erste Mal schmerzfrei. „Da habe ich erst einmal gemerkt, wie sehr ich mich daran gewöhnt hatte, Schmerzen zu haben. Nach den sportlichen Höhepunkten konnte ich ja mein Bein nicht mal ohne Schmerzen anheben.“


Mit Spaß zu einer besonderen Spielenergie

Der Gedanke, ganz mit dem Sport aufzuhören, streifte ihr durch den Kopf. Doch nach einer Auszeit bei der Familie in Frankenberg und einer Pause vom Balltraining bis zum Januar 2016 spürte die junge Sportlerin eine neue Kraft. „Ohne Beach-Volleyball geht es nicht“, das hat sie für sich herausgefunden. Die Partnerschaft mit Aulenbrock hält sie für einen Glücksgriff: „Wir waren beide lange raus und haben durch die Zeit, die wir uns genommen haben, gelernt, dass es uns vor allem um den Spaß am Sport geht“, sagt Schneider.

„Sarah ist ein kreative und intelligente Spielerin“, sagt Aulenbrock. „Die Tatsache, dass auch sie aus einer Pause kommt, nimmt mir ein bisschen den Druck. Ich hoffe, dass wir zusammen eine besondere Spielenergie aufbauen können.“

Schritt für Schritt ins Haupftfeld

Gemeinsam trainieren die beiden am Olympiastützpunkt in Kiel mit Daniel Krug und Eric Koreng. Vom spielerischen Können sind sie eines der Teams, das gute Chancen auf einige Podestplatzierungen auf der smart beach tour hätte – wenn nicht sogar auf internationale Startplätze. „Das ist definitiv ein besonderer Reiz“, sagt Tine Aulenbrock, die schon viel international gespielt hat. „Aber ich möchte jetzt erstmal behutsam mit meinem Neustart umgehen. Mir ist wichtig, dass ich Schritt für Schritt rangehe und jeden Schritt schätze.“

Jetzt wollen die beiden Rückkehrerinnen erst einmal die Qualifikation schaffen – wie 2011, da belegte Christine Aulenbrock mit Chantal Laboureur am Ende den neunten Platz in Münster.

> Alle Infos zum Team Aulenbrock/Schneider

> Alles zur smart beach tour 2016

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