Die German Beach Championships und ein Resümee zur EM & Elite16
Resümee zur EM in Polen, eine verpasste Medaille in Montreal und alle Informationen rund um die German Beach Championships in Dortmund
Frühes Aus bei den Europameisterschaften
Nur eine Woche nach dem historischen Gold von Ehlers/Wüst beim Elite 16 in Hamburg, ging die Reise für die deutschen Beachvolleyballer*innen zur Europameisterschaft nach Stare Jabłonki, Polen.
Das Interimsduo J. Sagstetter/Winter und die Golden Boys aus Hamburg konnten in der Gruppenphase jeweils eins von zwei Spielen für sich entscheiden und qualifizierten sich damit für die Round of 24. Dabei verloren Nils und Lui die Revanche aus dem Halbfinale beim Elite 16, gegen die späteren Europameister Hölting Nilsson/Andersson aus Schweden. Die beiden müssen sich danach in einem hart umkämpften zweiten Satz (33:35) außerdem gegen Elazar/Cuzmiciov aus Israel geschlagen geben und beenden das Turnier mit einem 17. Platz. Ähnlich enttäuschend verliefen die Europameisterschaften für Paul Henning und Lukas Pfretzschner, die beide Spiele in der Gruppe verloren und sich somit nicht für die K.O.-Phase qualifizieren konnten. Das beste Ergebnis im Teilnehmerfeld der Herren, bringen Jonas und Sven nach Hause, die ihr Spiel in der Round of 24 gegen die heimischen Lokalmatadoren Losiak/Bryl gewinnen und dann im Achtelfinale den Franzosen Bassereau/Aye in drei Sätzen nur knapp unterliegen.
Auch im Teilnehmerfeld der Frauen bleibt das beste Ergebnis ein 9. Platz. Alle vier deutschen Frauenteams gingen mit einem Sieg und einer Niederlage in die K.O.-Phase. In der Round of 24 standen sich dann Müller/Tillmann und Paul/Lippmann gegenüber. Der Sieg ging klar an die Favoritinnen und somit beendeten Louisa und Melli ihre erste gemeinsame EM ebenfalls auf Platz 17. Svenja und Cinja verloren daraufhin das Achtelfinale in drei Sätzen gegen die späteren Europameisterinnen aus den Niederlanden Stam/Schoon, die sich damit einen Startplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sicherten. Auch Ittlinger/Grüne, die sich nach ihrer Teamtrennung noch einmal für die Europameisterschaften zusammengetan hatten, da Kim van de Velde mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, und das neu formierte Team Bock/Kunst, beendeten das Turnier mit einem 9. Platz.
Insgesamt hatten sich wohl vor allem Cinja und Svenja als auch Paul und Lukas mehr von den Europameisterschaften erhofft. Für alle weiteren deutschen Teams war es jedoch eine der ersten Zerreißproben nach den neuen Teamzusammenstellungen. In Hinblick auf den Start des Qualifikationszeitraums für die Olympischen Spiele im November, birgt die Dichte der deutschen Teams bei den Europameisterschaften Hoffnung darauf, was mit weiterer gemeinsamer Spielpraxis und Entwicklung Richtung Los Angeles 2028 möglich ist.
Verpasste Medaille für Müller/Tillmann in Montreal
Nachdem Cinja und Svenja bei den Europameisterschaften bereits im Achtelfinale aus dem Turnier ausgeschieden waren, reisten sie nach Montreal, Kanada für das vorerst letzte Elite 16 Turnier der Saison. Die Gruppe bestritten die beiden gegen drei Teams aus den USA, wobei sie zwei von drei Spielen für sich entscheiden konnten. Ausschließlich dem Top-Team der USA Cruz/Brasher mussten sie sich in einem knappen Dreisatzspiel geschlagen geben. Die Revanche wartete jedoch im Halbfinale. Nachdem die beiden zunächst die Litauerinnen Paulikiene/Raupelyte und anschließend die Brasilianerinnen Carol/Rebecca aus dem Turnier geworfen hatten, verloren sie dann aber auch das zweite Spiel gegen die Weltranglistenersten aus den USA. Im Spiel um die Bronzemedaille, gegen die Lokalmatadoren Melissa/Brandie, überzeugte Svenja im ersten Satz mit wirkungsvollen Angriffen, während Cinja in der Abwehr dominierte. Im zweiten Satz kam das deutsche Duo nicht am Block von Brandie vorbei und produzierte zu viele Eigenfehler, sodass dieser deutlich an die Heimfavoritinnen aus Kanada ging. Nach über einer Stunde Spielunterbrechung aufgrund von Sturm und Regen wurde das Spiel doch noch fortgesetzt. Cinja und Svenja konnten ihre Leistung des Turniers leider jedoch nicht mit der Bronzemedaille belohnen und unterlagen in Satz drei mit einem knappen 16:18.
Auch Paul/Lippmann, Grüne/Uhl, Christ/Neuß und die Sagstetter-Brüder waren nach Montreal gereist, um sich über die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld zu erspielen. Bedauerlicherweise konnte sich jedoch keines der Teams für die Gruppenphase qualifizieren.
Alle Informationen rund um die deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften
Zum ersten Mal nach 33 Jahren reisen die 32 besten deutschen Beachvolleyballteams zur Deutschen Meisterschaft nicht an den Timmendorfer Strand, sondern in den Revierpark Wischlingen nach Dortmund. Hier finden vom 27. bis 30. August 2026 die German Beach Championships statt. Nicht nur der Austragungsort und der Name sind in diesem Jahr neu, auch die Anzahl der Zuschauerplätze erzielt einen neuen Höchstwert. Im Stadion wird es Platz für rund 6.500 Beachvolleyballfans geben, die erstmals die deutschen Meisterschaften mit Festival Charakter, durch angeschlossenen Campingplatz und Partymöglichkeiten am Freitag- und Samstagabend, erleben können.
Bereits am Mittwochabend, den 26. August, werden vor dem Turnierstart ab 17:00 Uhr live auf Twitch die GBT-Awards 2026 an die Spieler*innen im Sponsorendorf vergeben. Alle Fans konnten dafür bereits im Vorhinein an einer Abstimmung teilnehmen, um beispielsweise den oder die Best Defender, Best Blocker oder den Nasenbluten-MVP der Saison zu wählen. Voraussetzung für die Auswahl der Spieler*innen war eine Teilnahme an mindestens drei Tour-Stopps der German Beach Tour.
Am Donnerstag, dem 27.08. ab 10:30 Uhr beginnen die ersten Spiele des Turniers. Die Finalspiele finden am Sonntag, dem 30. August ab 13:45 Uhr statt. Wie bereits die Saison über bei den Tour-Stopps der German Beach Tour, wird auch bei den German Beach Championships im Double-Out-Modus gespielt und es gibt die Besonderheit der Flutlichtspiele, was die Turniertage bis in die Abendstunden dauern lässt. 16 Teams pro Geschlecht kämpfen um einen Preisgeldtopf von 20.000 €, der nach einer festen Platzierungstabelle des DVV unter ihnen aufgeteilt wird. Hinzu kommen außerdem die Zuschauer-Spenden (Donations), die während des Turniers über den Stream bei Spontent auf Twitch gesammelt werden.
Die heißen Anwärterinnen auf den Titel im Teilnehmerfeld der Damen sind Svenja Müller und Cinja Tillmann. Sie könnten sich in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge zu deutschen Meisterinnen krönen und würden damit die längste Siegesserie der Beachvolleyball-Geschichte aufstellen. Ihre größte Konkurrenz könnten dabei Sandra Ittlinger und Kim van de Velde darstellen. Die beiden sind zwar, wie die meisten der Nationalteams, erst seit Kurzem wieder ein Team, sie schauen jedoch schon auf eine erfolgreiche gemeinsame Karriere zurück und spielen bereits zum vierten Mal als Team zusammen. Ebenso oben mitspielen könnten Anna Grüne mit Janne Uhl sowie Linda Bock und Lea Kunst. Bei diesen neuen Teams hängt der Erfolg jedoch sehr von ihrer Form und dem Zusammenspiel ab. Nicht zu vergessen sind zudem die nationalen Teams. Vor allem Elea Beutel und Paula Schürholz könnten für den ein oder anderen Upset gegen eines der Nationalteams sorgen. Genauso könnten auch Nele Barber und Melanie Gernert sowie Anna Behlen und Sarah Schulz die Geheimfavoritinnen auf einen Spot im Viertelfinale sein.
Im Teilnehmerfeld der Männer werden wir in jedem Fall ein neues Team ganz oben auf dem Treppchen sehen. Nach der Teamtrennung von Pfretzschner/Winter, hat in diesem Jahr nur Lukas die Möglichkeit auf eine Titelverteidigung mit seinem neuen Partner Paul Henning. Sven Winter gab vor einigen Tagen auf seinem Instagram-Kanal bekannt, dass er aufgrund einer Sehnenverletzung im Knie leider nicht an den German Beach Championships teilnehmen kann, man ihn jedoch eventuell trotzdem in der Venue oder im Kommentar sehen wird. Sein Partner Philipp Huster geht daher mit Hennes Nissen an den Start. Vor allem Nils Ehlers und Lui Wüst gehen neben Lukas und Paul als Favoriten auf den Titel ins Turnier. Spannend könnte es außerdem in Hinblick auf die Sagstetter-Brüder werden, die in diesem Jahr auf deutschem Boden zwar nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen konnten, sich jedoch international viel Spielpraxis erarbeitet haben. Auch Momme Lorenz und Tilo Rietschel sowie Tristan Fröbel mit Tammo Wüst haben sich jeweils einen Toursieg in diesem Jahr erspielt und könnten den Nationalteams Probleme bereiten. Als Geheimfavorit könnten Niklas Held und Luis Kubo gelten, deren Form in der Saison immer wieder geschwankt hat. Wenn beide jedoch ihr bestes Spiel abrufen können, ist auch für sie ein sehr gutes Ergebnis bei den Deutschen Meisterschaften möglich. Nicht zu vergessen sind Robin Sowa und Jonas Reinhardt, deren Saison aufgrund von Verletzungen und etlichen Rückschlägen nicht so verlaufen ist wie geplant. Trotz allem sind sie ein Team, was durch Kampfgeist immer wieder überzeugen kann und für das ein oder andere Highlight sorgen könnte. Es ist außerdem das letzte Turnier für die beiden als Team, da sie nach der Saison getrennte Wege gehen werden. Das hatten die beiden Anfang August auf ihren Social-Media-Kanälen bekannt gegeben.
Wer sich am Ende den Titel holt und zum deutschen Meister krönt, seht ihr ab Donnerstag, den 27. August im Livestream auf Twitch oder vor Ort in Dortmund. Alle Informationen auf unserer Turnierseite.
Deutsche Meisterschaften 2026