Der "Bagger", auch unteres Zuspiel genannt

Ohne diese Technik läuft nichts im Sand: Der sogenannte Bagger kommt sowohl beim Annehmen des Balles als auch beim Zuspiel, also dem Pass Richtung Netz, zum Einsatz.

Im Slow Motion Video zeigt dir die Olympiasiegerin Laura Ludwig diese Technik: Sie bewegt sich mit schnellen Schritten zum Annahmeort und spielt den Ball in einer leichten Schrittstellung, um stabil zu stehen. Ihre Arme sind lang gestreckt und sie nimmt den Ball weit vor sich an, um ihn gut kontrollieren zu können.

Tipp:

Achte mal darauf, wie Laura den Ball aus einer Ganzkörperbewegung spielt: Sie streckt sich dem Ball durch die Beinstreckung entgegen.

Techniktipp für Einsteiger zum unteren Zuspiel:


Beim Bagger werden die Hände so ineinander gelegt, dass die Unterarme anschließend parallel bzw. auf gleicher Höhe sind. Die richtige Hand- und Armhaltung macht dir Laura Ludwig auf dem Foto vor.

Nimm die Arme weg vom Körper, strecke die Schultern vor und halte Abstand vom Ball. Aus der Position, die Laura dir auf dem Foto vormacht, streckst du dich dem Ball entgegen. Du spielst den Ball also aus einer Ganzkörperbewegung.

 

Ein Tipp von Laura zum unteren Zuspiel:

"Ich achte darauf, dass ich den Ball weit vorne, dicht an den Handgelenken spiele. Dadurch bekommt der Ball einen besseren Bogen und ich kann zum Beispiel bei Abwehrbällen auch mit dem Winkel in den Handgelenken arbeiten. Wenn es sehr klatscht beim Baggern, hast du den Ball vermutlich zu weit auf den Unterarmen Richtung Ellbogen gespielt."

Oberes Zuspiel, auch "Pritschen" genannt

Jetzt ist dein Ballgefühl gefragt! Das sogenannte Pritschen ist die Variante, mit der du den Ball am präzisesten spielen kannst. Daher lohnt es sich, etwas Zeit in das Erlernen dieser Technik zu investieren.

Der Ball wird beim Pritschen mit schüsselförmig gehaltenen Händen vor der Stirn gespielt. Die Handgelenke geben dabei etwas nach und der Ball liegt in den Händen. Dabei berühren nur die vorderen Fingerglieder den Ball, so wie es dir Paul Becker auf dem Foto zeigt.

Die richtige "Beinarbeit" ist eine wichtige Voraussetzung für ein blitzsauberes Zuspiel. Du bewegst dich hinter und unter den Ball und richtest dich in Zuspielrichtung aus.

Der Stremmschritt (Angriff/Sprung-Aufschlag)

Der Stemmschritt (Angriff/Sprung-Aufschlag)
Los geht es wie immer im Beach-Volleyball mit der Bewegung zum Ball. Der Angriffsschlag wird durch den sogenannten Stemmschritt eingeleitet. Der sorgt dafür, dass du statt nach vorne vor allem nach oben springst. Das lässt sich beim Rechtshänder durch einen kurzen Anstellschritt mit dem linken Fuß und einem längeren Schritt mit rechts umsetzen, wobei der linke Fuß zum Schluss etwas vor dem rechten aufgesetzt wird. Dem Stemm- und Anstellschritt geht noch der sogenannte Orientierungsschritt voraus. Mit dem sorgst du dafür, dass du gut zum Ball stehst und ihn vor deiner Schlagschulter hast.

Die Schrittfolge beispielhaft für einen Rechtshänder haben wir hier für dich:

1. Orientierungs- oder Auftaktschritt
2. Stemmschritt
3. Anstellschritt

Die komplette Bewegung: Beim Stemmschritt holst du mit beiden Armen nach hinten aus (siehe Zeichnung unten Bild 1) und schwingst beide Arme im Absprung nach vorne. Der Doppelarmschwung geht in die Ausholbewegung des Schlagarms über (Bild 2 und 3), während der andere Arm etwas über Schulterhöhe vor dem Körper stoppt. Der Körper ist wie ein Bogen gespannt, dann erfolgt der Schlag, bei dem du den Ball im höchsten Punkt vor der Körperlängsachse mit offener Hand triffst (Bild 4).

 In unserer Zeichnung liegen die einzelnen Bewegungen nebeneinander, damit sie gut zu erkennen sind. Das bedeutet nicht, dass du zwei Meter nach vorne springen sollst. Dein Ziel ist es, durch den Stemmschritt deine Vorwärtsgeschwindigkeit in Sprunghöhe - nicht in Weite- umzusetzen!

Top Spin Aufschlag

Der Top Spin Aufschlag - auch Tennis- oder Rotationsaufschlag genannt - ist vom Bewegungsablauf nahezu identisch mit dem Angriffsschlag. Er kann als Sprungaufschlag, wie hier im Bild, oder natürlich auch im Stand ausgeführt werden.

Der Treffpunkt des Balles liegt beim Aufschlag mehr über und nicht vor der Schlagschulter, damit der Ball zunächst eine ansteigende Flugkurve erhält und übers Netz geht (natürlich in Abhängigkeit von der Abschlaghöhe).

Der Flatteraufschlag/"Float Service"

Beim Flatteraufschlag wird der Ball im Gegensatz zum Top Spin Aufschlag so mit der flachen Hand getroffen, dass er nicht rotiert. Durch den Luftwiderstand entsteht das Flattern des Balles.

Im Video zeigen dir die Nationalspielerinnen Karla Borger und Maggie Kozuch diese Technik. Ausgangsposition ist ein fester Stand, bei dem das linke Bein (für Rechtshänder) in einer leichten Schrittstellung weiter vorne steht. Der Ballanwurf erfolgt einarmig. Als Rechtshänder wirfst du den Ball mit links vor deine rechte Schlagschulter an.

Das "Enge Spielkonzept"

Das "Enge Spielkonzept" bedeutet kurze Ballflugwege sowohl in der Annahme als auch beim Zuspiel. Der Vorteil: Je kürzer der Ball unterwegs ist, desto präziser und weniger anfällig z.B. für den Einfluss des Windes wird die Aktion.

Die Standardvariante sieht daher wie folgt aus: Der Annahmespieler spielt den Ball leicht schräg, vor sich, nach vorne (Ballflug) und ungefähr zwei Meter an das Netz heran. Der zuspielende Teampartner steht beim Zuspiel somit ca. zwei Meter vom Netz entfernt (Zuspielort). Die Annahme sollte so hoch sein, dass der Zuspieler stressfrei zum Ball bzw. Zuspielort gelangen kann, aber auch nicht zu hoch, um das Zuspiel technisch nicht unnötig zu erschweren. Der Trick dabei: Der nicht annehmende Spieler wartet nicht erst die Annahme ab und macht sich erst dann auf den langen Weg zum Netz. Sobald der Spieler erkannt hat, dass sein Partner annimmt, bewegt er sich ein paar Schritte in Richtung Zuspielort und damit meist zur Feldmitte (blauer Pfeil). Hat sein Spielpartner angenommen, läuft der Zuspieler von dort aus direkt zum Ball bzw. Zuspielort.

Mehr Tipps und Übungen

Mehr Tipps zur Technik und weitere Übungen findest du in unseren Trainingstipps.