Float aus dem Stand

Ausgangsposition ist ein fester Stand, bei dem das linke Bein (für Rechtshänder) in einer leichten Schrittstellung weiter vorne steht. Der Ballanwurf erfolgt einarmig. Als Rechtshänder wirfst du den Ball mit links vor deine rechte Schlagschulter an. Konzentriere dich voll auf den Ballanwurf und das Zurückführen des rechten Armes. Wirf den Ball möglichst rotationsfrei an, spann dabei deine Bauchmuskeln an und beobachte den Ballflug genau. Jetzt führst du den Schlagarm nach vorne oben und triffst den Ball mit der angespannten, flachen Hand genau in der Mitte.

Tipp:

Der Ellenbogen sollte hierbei etwa auf Höhe des Ohres sein. Der Arm stoppt nach dem Ballkontakt ab, wodurch die Hand in der Luft "stehen" bleibt. Achte dabei auf ausreichend Spannung im Handgelenk und vermeide das Abklappen! So bleibt der Ball stabil und rotationsfrei und es entsteht eine flatternde Flugbahn.

Trainer Andi Künkler erklärt die Merkmale des Flatteraufschlags und Top-Spielerin Katrin Holtwick zeigt vor.

Jumpfloat ohne Anlauf

Wenn du häufig den Profis wie unserem Beach-Academy Trainer Lucas Mäurer zusiehst, wird dir aufgefallen sein, dass in den letzten Jahren eine Variante des Flatteraufschlags modern geworden ist, bei der man ohne Anlauf, aber im Sprung aufschlägt. Diese Variante erfordert eine herausragende Körperspannung. Die Technik ist sehr individuell und zeichnet sich durch eine hohe Qualität beim Anwurf aus. Lucas erklärt: "In der Ausgangsposition stehen in der Regel deine Füße parallel zueinander oder hast du als Rechtshänder das linke Bein ganz leicht vorne. Der Anwurf erfolgt meist beidarmig und du kannst deine Hände schon etwas weiter vor deiner Schlagschulter positionieren. Dadurch erfolgt der Anwurf völlig gerade nach oben. Dann springst du ab und führst die typische Schlagbewegung für einen Flatteraufschlag aus."

Tipp:

Diese Aufschlagtechnik wird oft auch für Aufschläge aus großer Distanz angewendet. Wenn also der Platz vorhanden ist, kannst du dich 2-3 Meter hinter die Grundlinie stellen und von dort aufschlagen. Durch die längere Flugdauer kann der Aufschlag nur schwer eingeschätzt werden und fordert den Annahmespieler zusätzlich.

Jumpfloat mit Anlauf

Genau wie beim Float aus dem Stand ist der Anwurf des Balles extrem wichtig. Halte dazu den Ball in beiden Händen und starte deinen Anlauf in leichter Schrittstellung. In der Regel reicht ein kurzer Anlauf (Orientierungsschritt und Stemmschritt), da ein möglichst hoher Sprung hier gar nicht das Ziel ist. Vielmehr richtet sich die Konzentration auf den Anwurf des Balles vor die Schlagschulter. Die Bauchmuskeln werden in der Flugphase angespannt und der Blick richtet sich durchgängig auf den Ball.

 

Du springst mit hoher Körperspannung ab und führst Arm und Handfläche schnell zur Ausholbewegung nach hinten. Dann folgt der schnelle Armzug und Schlag gegen den Ball, den du ebenfalls mittig und mit stabilem Handgelenk triffst. Auch hier sollte der Ellenbogen zwischen Ohr- und Schulterhöhe sein. Zum Erfolg führen ein stabiles Handgelenk, eine angespannte, flache Hand und der richtige Zeitpunkt des Ballkontaktes am Umkehrpunkt deines Sprunges.

Wenn du alle Einzelheiten beachtest, flattert der Ball, deine Aufschläge werden unberechenbar und der Gegner wird kräftig unter Druck gesetzt.

Vor- und Nachteile der Floataufschläge

Vorteile

  • geringere technische Anforderungen (Anwurf, Timing)
  • gute Zielgenauigkeit

Nachteile

  • geringere Abschlaghöhe
  • weniger aggressiv

Vorteile

  • höherer Treffpunkt des Balles
  • gute Körperstabilität durch die Ausgangsposition

Nachteile

  • höhere technische Anforderungen (Anwurf, Timing)
  • schlechter Wurf kann nicht ausgeglichen werden

Vorteile

  • Abschlagposition ist hoch und weiter vorne
  • mehr Aggressivität möglich
  • Ballflugweg wird durch den Sprung ins Feld verkürzt

Nachteile

  • sehr hohe technische Anforderungen (Anwurf, Timing)
  • geringere Zielgenauigkeit durch die Komplexität und Dynamik

Tipp:

Möchte ich ein bestimmtes Ziel treffen, erreiche ich Präzision, indem ich die Schlaghärte etwas reduziere und mich auf mein festes Handgelenk konzentriere, dass die Richtung vorgibt. Ganz wichtig ist, dass mein Oberkörper ruhig bleibt und die Richtung nur durch die entsprechende Drehung mit dem Unterarm erreicht wird.

Übungsformen zum Training des Floataufschlags

Zwei oder mehrere Beach-Volleyballer spielen gegeneinander. Es liegen Markierungen im Feld, dazu nutzt ihr Hütchen, Schlappen oder sonstigen Sachen, die griffbereit sind. Je kleiner das Ziel, desto größer die Herausforderung. Spieler A fängt an und sagt ein Ziel an. A versucht zu treffen und Spieler B muss nachziehen. Das geht so lange, bis A trifft, dann kann der andere ausgleichen und den ersten wieder "wegwischen". Somit würde es weiterhin 0 : 0 stehen. Trifft Spieler A, aber Spieler B nicht, gibt es einen Punkt für A. Trifft A sein Ziel nicht, B aber, gibt es einen Punkt für B und B darf ein neues Ziel ansagen. Ihr spielt, bis einer der Spieler fünf Punkte hat.

Denkt daran, die Übung von beiden Seiten auszuführen um alle Windrichtungen zu trainieren.

2 Spieler spielen gegeneinander. Ihr zeichnet euch eine Halbfeldlinie und markiert eine Zielzone für gute Annahmen (je nach Spielstärke könnt ihr die entsprechende Zone größer oder kleiner machen). Nun wird vom Spieler A aufgeschlagen und Spieler B nimmt an. Entweder wechselt ihr euch nach jedem Aufschlag ab, oder macht eine vorherbestimmte Anzahl an Aufschlägen pro Person. Das hängt in erster Linie davon ab, wie viele Bälle ihr zur Verfügung habt. Nach z.B. 10 Aufschlägen werden die Seiten gewechselt und von der anderen Seite die selbe Anzahl an Aufschlägen ausgeführt. Und nun die Zählweise:

  • 2 Punkte für eine Annahme, die vom Annahmespieler in der Zielzone gefangen wird
  • 1 Punkt für eine Annahme, die gefangen wird
  • 1 Punkt für eine Annahme, die in der Zielzone landet (natürlich mit einer schönen Flugkurve), aber nicht gefangen wird
  • 0 Punkte für Annahmen, die noch im Spielfeld landen, aber nicht gefangen werden
  • -1 Punkte für Annahmen, die nicht im Spielfeld landen und nicht gefangen werden
  • -2 Punkte für ein direktes Ass

Die Punktevergabe für Aufschlagfehler richtet sich nach eurem Trainingsziel. Für gewöhnlich sollte man 1 Punkt für den Annahmespieler vergeben. 

Beach-Academy Headcoach Julia "Jule" Krumbeck erklärt dir eine weitere Spielform zum Training des Aufschlags.