Beach-Volleyball: Die wichtigsten Techniken und Regeln


Du willst durchstarten im Sand? Kein Problem! Baggern, Pritschen und Schlagen - die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst erklären dir die Grundtechniken und die wichtigsten Regeln.

Unteres Zuspiel Oberes Zuspiel Angriff & Aufschlag Regeln

Der "Bagger", auch unteres Zuspiel genannt

Ohne diese Technik läuft nichts im Sand: Der sogenannte Bagger kommt sowohl beim Annehmen des Balles als auch beim Zuspiel, also dem Pass Richtung Netz, zum Einsatz.

Im Slow Motion Video zeigt dir die Olympiasiegerin Laura Ludwig diese Technik: Sie bewegt sich mit schnellen Schritten zum Annahmeort und spielt den Ball in einer leichten Schrittstellung, um stabil zu stehen. Ihre Arme sind lang gestreckt und sie nimmt den Ball weit vor sich an, um ihn gut kontrollieren zu können.

Achte mal darauf, wie Laura den Ball aus einer Ganzkörperbewegung spielt: Sie streckt sich dem Ball durch die Beinstreckung entgegen.


Techniktipp für Einsteiger zum unteren Zuspiel:

Beim Bagger werden die Hände so ineinander gelegt, dass die Unterarme anschließend parallel bzw. auf gleicher Höhe sind. Sie formen das sogenannte "Spielbrett". Die richtige Hand- und Armhaltung macht dir Karla Borger im Video vor.

Nimm die Arme weg vom Körper, strecke die Schultern vor und halte Abstand vom Ball. Aus dieser Position streckst du dich dem Ball entgegen. Du spielst den Ball also aus einer Ganzkörperbewegung.

Achte mal darauf, wie Karla sich im Video zum Ball bewegt und ihr "Spielbrett" so kippt, dass der Ball in die gewünschte Richtung fliegt.


Oberes Zuspiel, auch "Pritschen" genannt

Jetzt ist dein Ballgefühl gefragt! Das sogenannte Pritschen ist die Variante, mit der du den Ball am präzisesten spielen kannst. Daher lohnt es sich, etwas Zeit in das Erlernen dieser Technik zu investieren.

Der Ball wird beim Pritschen mit schüsselförmig gehaltenen Händen vor der Stirn gespielt. Die Handgelenke geben dabei etwas nach und der Ball liegt in den Händen. Dabei berühren nur die vorderen Fingerglieder den Ball. Die Nationalspielerin Karla Borger zeigt es dir im Video.

Achte vor allem darauf, wie gut Karla immer zum Ball steht - die richtige "Beinarbeit" ist eine wichtige Voraussetzung für ein blitzsauberes Zuspiel.



Beachvolleyball Schrittfolge

© beach-volleyball.de

Der Stemmschritt (Angriff/Sprung-Aufschlag)

Los geht es wie immer im Beach-Volleyball mit der Bewegung zum Ball. Der Angriffsschlag wird durch den sogenannten Stemmschritt eingeleitet. Der sorgt dafür, dass du statt nach vorne vor allem nach oben springst. Das lässt sich beim Rechtshänder durch einen kurzen Anstellschritt mit dem linken Fuß und einem längeren Schritt mit rechts umsetzen, wobei der linke Fuß zum Schluss etwas vor dem rechten aufgesetzt wird. Dem Stemm- und Anstellschritt geht noch der sogenannte Orientierungsschritt voraus. Mit dem sorgst du dafür, dass du gut zum Ball stehst und ihn vor deiner Schlagschulter hast.


Der Armzug beim Angriffs-Schlag

Am besten trainierst du die Schlagbewegung nun zunächst im Stand, bis sie sitzt und du den Ball gut triffst.

Bei der Ausholbewegung werden beide Arme gestreckt nach oben geschwungen. Der Doppelarmschwung geht anschließend in die Ausholbewegung des Schlagarms über, während der andere Arm etwas über Schulterhöhe vor dem Körper stoppt. Der Körper ist wie ein Bogen gespannt, dann erfolgt der Schlag, bei dem du den Ball im höchsten Punkt vor der Körperlängsachse mit offener Hand triffst.

Die Nationalspielerin Margareta Kozuch macht dir den Armzug im Video vor und nennt dir die wichtigsten Knotenpunkte.


Beach-Academy Logo

© beach-volleyball.de

Die komplette Bewegung: Beim Stemmschritt holst du mit beiden Armen nach hinten aus (siehe Zeichnung unten Bild 1) und schwingst beide Arme im Absprung nach vorne. Der Doppelarmschwung geht in die Ausholbewegung des Schlagarms über (Bild 2 und 3), während der andere Arm etwas über Schulterhöhe vor dem Körper stoppt. Der Körper ist wie ein Bogen gespannt, dann erfolgt der Schlag, bei dem du den Ball im höchsten Punkt vor der Körperlängsachse mit offener Hand triffst (Bild 4).

In unserer Zeichnung liegen die einzelnen Bewegungen nebeneinander, damit sie gut zu erkennen sind. Das bedeutet nicht, dass du zwei Meter nach vorne springen sollst. Dein Ziel ist es, durch den Stemmschritt deine Vorwärtsgeschwindigkeit in Sprunghöhe - nicht in Weite- umzusetzen!


Der Block

Wo ein Angriff ist, kommt früher oder später auch ein Block dazu. Beim Block versuchst du, im besten Fall den Angriff deines Gegners direkt zu blocken und einen Punkt zu machen, oder eure Abwehrchancen deutlich zu erhöhen, weil große Teile des Feldes abgedeckt sind.

Ein Block ist somit aber auch nur sinnvoll, wenn du die Hände im Sprung deutlich über das Netz schieben kannst und der Ball netznah gestellt ist. Im Video zeigt dir die Nationalspielerin Maggie Kozuch diese Technik.

> Mehr Taktik-Infos und die Blockzeichen



Top Spin Aufschlag

Der Top Spin Aufschlag - auch Tennis- oder Rotationsaufschlag genannt - ist vom Bewegungsablauf nahezu identisch mit dem Angriffsschlag. Er kann als Sprungaufschlag, wie Kira es im Bild zeigt, oder natürlich auch im Stand ausgeführt werden.

Der Treffpunkt des Balles liegt beim Aufschlag mehr über und nicht vor der Schlagschulter, damit der Ball zunächst eine ansteigende Flugkurve erhält und übers Netz geht (natürlich in Abhängigkeit von der Abschlaghöhe).

> Mehr Infos zum Topspin-Aufschlag

© Mirja Geh Photography


Der Flatteraufschlag/"Float Service"

Beim Flatteraufschlag wird der Ball im Gegensatz zum Top Spin Aufschlag so mit der flachen Hand getroffen, dass er nicht rotiert. Durch den Luftwiderstand entsteht das Flattern des Balles.

Im Video zeigen dir die Nationalspielerinnen Karla Borger und Maggie Kozuch diese Technik. Ausgangsposition ist ein fester Stand, bei dem das linke Bein (für Rechtshänder) in einer leichten Schrittstellung weiter vorne steht. Der Ballanwurf erfolgt einarmig. Als Rechtshänder wirfst du den Ball mit links vor deine rechte Schlagschulter an.

> Mehr Infos zum Flatter-Aufschlag


Du möchtest deine Technik verbessern?

Hier findest du die Trainingstipps der Beach-Academy.



Die wichtigsten Beach-Volleyball Regeln für Einsteiger


Die Grundtechniken im Beach-Volleyball beherrschst du und willst jetzt spielen? Dann schau hier nach, welche Regeln du beachten solltest.

Es ist kein Fehler, wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt und (innerhalb der Antennen) in das gegnerische Feld fliegt.
Das Berühren der Grundlinie während des Aufschlags führt zum Punktverlust und ist daher nicht erlaubt.
Jedes Team hat eine Auszeit à 30 Sekunden pro Satz. In den höheren Spielklassen erfolgt zudem eine Technische Auszeit (Technical Timeout) nach 21 gespielten Punkten (z.B. beim Stand von 11:10). Diese Auszeit dauert 60 Sekunden und findet nur einmal pro Satz statt.
Der Lob ist nicht erlaubt. Der Ball darf nicht mit der sogenannten offenen Hand über das Netz gespielt werden, sondern nur mit den Fingerknöcheln (poke shot).
Der Mitspieler des Aufgabespielers darf dem Gegner weder den Aufgabespieler noch die Flugbahn des Balles durch einen Sichtblock verdecken. Auf Anfrage des Gegners müssen sie sich seitwärts bewegen. Dies wird dem Gegenspieler in der Regel durch eine offene gehobene Hand signalisiert.
Einem Spieler ist es nicht gestattet, den Ball zweimal hintereinander zu schlagen. Ausnahme: wenn er blockt, wobei dies dann auch als zweite Berührung gezählt wird, oder die Berührung innerhalb einer Aktion geschieht.
Sowohl im Hallen- als auch im Beach-Volleyball ist eine Berührung des Netzes zwischen den Antennen, egal ob an der Netzober- oder Unterkante bzw. den Maschen, während einer Aktion am Ball seit der Saison 2015 wieder ein klarer Fehler.

Pritschen zum Gegner ist nur im rechten Winkel (senkrecht) zur Schulterachse erlaubt, außer wenn der Spieler zu seinem Mitspieler spielen will und der Ball unbeabsichtigterweise zum Gegner fliegt.

Im Video vom smart Major in Hamburg seht ihr Larissa (BRA), wie sie den Ball nach einer spektakulären Rally (inkl. Sprungzuspiel) regelkonform über das Netz pritscht.

Seit 2001 gilt auch in Deutschland das Rally-Point-System. Für jeden gewonnen Ballwechsel gibt es dabei einen Punkt, unabhängig davon welches Team gerade Aufschlag hatte. Jedes Spiel geht über zwei Gewinnsätze. Die ersten zwei Sätze werden bis 21 Punkte gespielt. Gewinnt jedes Team einen Satz, wird ein Entscheidungssatz bis 15 Punkte gespielt. Zum Gewinn eines Satzes benötigt ein Team zwei Punkte Vorsprung, ansonsten wird der Satz unbegrenzt verlängert bis ein Team zwei Punkte Vorsprung erreicht hat.


Der schönste Einstieg: Beach-Volleyball im Urlaub lernen



Der beste Einstieg in den Sport ist natürlich ein gutes Training, bei dem dir die Basics von erfahrenen Trainern vermittelt werden. So lernst du andere Beach-Volleyballer kennen und die Bewegungen von Beginn an richtig. Besonders empfehlenswert ist die Kombination aus Urlaub und Beach-Volleyball lernen.

Der Vorteil: Du hast Anschluss an eine nette Gruppe in ungezwungener Urlaubsatmosphäre und fünf bis sechs Tage Zeit, dich mit Technik und Taktik auseinanderzusetzen - sozusagen ein Intensivkurs, aus dem du unglaublich viel mitnehmen wirst. Und garantiert auch viele schöne Erinnerungen!

Wenn du dir die vielen Reiseziele und Termine anschauen möchtest, stöbere einfach mal auf der Seite der Beach-Academy - Europas größtem Anbieter für spezielle Beach-Volleyball-Camps.


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