Kultur

Statt großer Städte findest du auf Fuerteventura eher historische Dörfer, alte Mühlen und kleine Museen, die die Geschichten der Insel erzählen.
Fahr von Costa Calma aus Richtung Norden, nach etwa 60 Minuten erreichst du Betancuria, die erste Hauptstadt der Kanaren und heute ein lebendiges Freilichtmuseum. Die Iglesia de Santa María de Betancuria aus dem 15. Jahrhundert gehört zu den ältesten Kirchenbauten des Archipels. Direkt gegenüber lohnt das Museo de Arte Sacro. Sakrale Kunst, Silberarbeiten und historische Dokumente erzählen ganz authentisch die Kolonialgeschichte der Insel.

Wer Archäologie spannend findet, sollte unbedingt einen Abstecher zum Poblado de La Atalayita machen, einer gut erhaltenen Ruinensiedlung der Maho, der Ureinwohner Fuerteventuras. Sie liegt nahe Pozo Negro an der Ostküste.

Wenn Antigua auf deiner Route liegt, empfehlen wir dir einen kleinen Abstecher ins Museo del Queso Majorero in Antigua. Klingt unspektakulär, ist aber ein Schlüssel zum Verständnis der Insel: Ziegenkäse ist hier Kulturgut. Der Majorero-Käse gehört zu den besten Spaniens und war jahrhundertelang Lebensgrundlage.

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Sport

Die Halbinsel Jandía im Süden überrascht mit alpinen Zügen: schmale Pfade und weite Ausblicke, allerdings ohne Schatten. Die Route von Morro Jable zum Pico de la Zarza (12,6 km) ist anspruchsvoll, aber auch eine der spektakulärsten Wanderrouten der Kanaren. Der Pico de La Zarza ist der höchste Punkt der Insel und garantiert dir einen sensationellen Ausblick.

Die Insel ist ein Geheimtipp für ambitionierte Rennradfahrer. Die wenig befahrenen Straßen durch das Inselinnere, die langen Geraden durch die Wüstenlandschaft und der allgegenwärtige Wind machen jede Tour zu einem echten Erlebnis. Viele Profi-Radteams aus Europa kommen im Winter hierher zum Trainingslager.
Von Costa Calma aus empfiehlt sich eine Rundtour über Pájara ins Inselinnere: ca. 60 km, mittelschwer, mit dem markanten Dorf Pájara als Highlight. Die dortige Kirche Nuestra Senora de la Regla ist für ihr aztekisch anmutendes Eingangsportal bekannt und auch von innen beeindruckend schön.
Rennräder und E-Bikes kannst du in Costa Calma und Morro Jable problemlos ausleihen.

Fuerteventura ist außerdem weltklasse für Kitesurfen und Windsurfen. Die Sotavento Lagoon, direkt vor der Haustür von Costa Calma, ist einer der bekanntesten Windsurf- und Kitespots weltweit. Jedes Jahr im Juli findet hier der Fuerteventura Wind & Kitesurfing World Cup statt – eines der spektakulärsten Windsurf-Events überhaupt. Wenn die besten Athleten der Welt über die Lagune fliegen, stehen Hunderte am Ufer. Die Stimmung ist einzigartig.

Beach Volleyball hat auf Fuerteventura eine treue Fangemeinde. Zur Saisonvorbereitung trefft ihr hier regelmäßig auf das ein oder andere Nationalteam.
In Costa Calma selbst gibt es Felder direkt am Strand, die oft spontan für freie Spiele genutzt werden. Das größte Turniererlebnis bieten jedoch die organisierten Events in Corralejo im Norden – der Ort hat sich zur kleinen Beachsport-Hochburg entwickelt. Direkt am Meer siehst du regelmäßige Amateur- und Semi-Pro-Turniere, vor allem in den Sommermonaten.

Erholung

Fuerteventura hat über 150 Strände – das ist gemessen an der Küstenlänge die höchste Stranddichte Spaniens. Und viele davon sind leer. Wirklich leer. Die Playa de Sotavento, direkt vor Costa Calma, ist einer der bekanntesten und schönsten der Insel: ein weißer, schier endloser Sandstreifen mit einer spektakulären Lagune bei Ebbe.

Wenn du es einsam und abenteuerlich magst, dann fahr zur Playa de Cofete an der Westküste der Halbinsel Jandía. Diese über 12 km lange Wildstrandperle ist kaum erschlossen, mit dramatischen Klippen im Hintergrund und starker Brandung. Nicht zum Schwimmen geeignet, aber zum Staunen unübertroffen. Die Zufahrt ist über eine sehr holprige Schotterpiste.

Hier am Strand triffst du auf die mysteriöse Villa Winter, ein Anwesen aus den 1940ern. Wer es gebaut hat und warum, darüber ranken sich bis heute Legenden. Von Nazi-Verbindungen bis hin zu U-Boot-Versorgungsstation, so richtig konnte es bislang niemand aufklären.

Für entspanntes Schnorcheln empfiehlt sich die Playa de la Caleta de Fustes an der Ostküste. Hier erwartet dich ruhigeres Wasser, eine tolle Unterwasserwelt und deutlich weniger Publikum als an den Touri-Hotspots.

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Drei Geheimtipps, die nicht jeder kennt

Geheimtipp #1:

Ajuy und die Meereshöhlen: Das kleine Fischerdorf Ajuy an der Westküste scheint erstmal eher unspektakulär – bis du die Treppe zu den schwarzen Lavahöhlen am Meer hinuntersteigst. Hier erodieren die ältesten Gesteine der Kanaren (über 600 Millionen Jahre alt) in die See. Bei ruhigem Wellengang kannst du hineinwaten. Genieß die besondere Atmosphäre, denn Touristen finden sich hier seltener.

Geheimtipp #2:

Istmo de la Pared: Die schmale Landenge, die die Halbinsel Jandía mit dem Rest der Insel verbindet, ist an ihrem schmalsten Punkt nur etwa vier Kilometer breit. Setz dich am Abend mit einem Getränk an den Strand und genieß die besondere Aussicht auf den Sonnenuntergang.

Geheimtipp #3:

Skurriler Inselbrauch: Die Kampfringer von Fuerteventura

Ein wirklich ungewöhnlicher, aber bis heute lebendiger Brauch ist die Lucha Canaria, der kanarische Ringkampf. Zwei Kämpfer versuchen, den Gegner mit Technik und Balance zu Boden zu bringen. Schläge oder Gewalt dürfen nicht eingesetzt werden. Die Wettbewerbe werden in speziellen Stadien („Terreros“) veranstaltet und auch häufig im Fernsehen ausgestrahlt. Die Terreros findest du hauptsächlich in Puerto del Rosario (Puerto Cabras), Antigua und dem Manuel Mederos (Pollo de Apolinario).

Fazit

Fuerteventura ist fast zu schade für einen reinen Entspannungsurlaub. Für Sportbegeisterte ist sie ein Eldorado: Wind für die Kite-Session, Wellen fürs Surfbrett, Traumstrände zum Beachen, Trails für die Beine. Und wenn du abends am Strand von Sotavento sitzt, während der Himmel in Rot und Violett explodiert und der Wind ein bisschen leiser wird als tagsüber – dann weißt du, warum Unamuno unbedingt wieder zurückwollte.

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