Ein Wiedersehen mit Gudula Krause

Gudula Krause

 

Die glückliche Gudi

"Genauso habe ich es mir immer gewünscht", sagt die 42-jährige Gudula Krause, geb. Staub, am Telefon über ihr heutiges Leben mit fröhlicher, zufriedener und aufgeregter Stimme, welche sofort ein Bild von "Gudi" entstehen lässt: Strahlende Augen, offenes Lächeln – und man wird das Gefühl nicht los, dass sie einen Schalk im Nacken sitzen hat. Was macht sie also so glücklich, diese Spielerin, die drei Mal Deutsche Beach-Volleyball-Meisterin geworden ist, die 2000 in Sydney bei den Olympischen Spielen neunten Platz gemacht hat?

 

 


Frankreich, Florida – "Gibt Schlimmeres"

"Der Sport hat mich viel herumgebracht", sagt Gudi. Angefangen hat alles 1980 mit Hallen-Volleyball. Sie spielte 180 Mal im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, wurde mit CJD Feuerbach und USC Münster mehrfache deutsche Meisterin und Pokalsiegerin. 1989 wurde sie zur Hallen-Volleyball-Spielerin des Jahres gekürt. Anfang der 90er spielte sie in Cannes und wurde mit Racing Club de Cannes Französische Meisterin. Über ein Volleyball-Stipendium ermöglichte sie sich zwei Jahre Studium in den USA – in Florida. "Jaaa, gibt Schlimmeres", grinst Gudi keck. 

 

 

Gudula Krause (r.) mit der damaligen Partnerin Ulrike Schmidt (heute Koppers)

Ab in den Sand

1996 fing sie mit Ulrike Schmidt (heute Koppers) ihre zweite Karriere an – diesmal im Sand. Wie sollte es anders sein – auch diese Laufbahn war von Erfolg gekrönt. Gleich in ihrem ersten Beach-Volleyball-Jahr wurde sie Deutsche Meisterin. In Timmendorfer Strand ganz oben stand sie noch 1998 und 2000. "Die Olympia-Quali zu schaffen Ullis und mein großes Ziel", sagt Gudi, "Dann in das Stadion in Sydney einzulaufen, war ein ganz besonderer Moment." Das Duo kam auf den neunten Platz. "Das war ein komisches KO-System", erinnert sich Gudi leicht verärgert, "da haben wir gegen Bruschini/Solazzi ganz knapp verloren."

 

 

 

Gudi auf der Trainerbank

Dennoch konnte Gudi mit gutem Gefühl ihre sportliche Karriere beenden. Nach 20 Jahren Leistungssport und zahlreichen Erfolgen konnte sie sich ruhigen Gewissens aus der Aktiven-Szene verabschieden. Doch so ganz ohne Volleyball konnte sie immer noch nicht. Sie wechselte die Seite und nochmals den Untergrund und fungierte bis 2006 als Trainerin der Erstliga-Frauen-Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen.

"Das war eine schöne Herausforderung", so Gudi, "ich musste die Spielerseite total ablegen, was zunächst schwierig war. Doch ich hatte zum Glück erfahrene Spielerinnen wie Judith Flemig oder Judith Sylvester im Team. Das hatte es einfacher gemacht." Natürlich konnte auch hier Gudi Erfolg vorweisen. "Wir schafften es in einem Jahr, 2005, bei allen drei Wettbewerben – Deutsche Meisterschaft, Deutscher Pokal und Europapokal – ins Finale", erzählt Gudi und fügt etwas bedrückt hinzu, "das war toll, so weit zu kommen, aber es war auch traurig, dass wir drei Mal im Finale verloren haben." Schon im nächsten Satz hat Gudi wieder ein Lächeln auf den Lippen: "Ja, mit Leverkusen wird man immer nur Zweiter, dazu stehen wir."

 

 

Familienleben

Ab 2003 fing für Gudi eine neue Zeitrechnung an, denn ihr Sohn Robert erblickte das Licht der Welt. Drei Jahre später kam auch der zweite Sohn Richard. "Ich habe die Zeit, das Familienleben so richtig zu genießen", strahlt Gudi, "Richard hat jetzt z.B. sein erstes Bambini-Fußballspiel gehabt. Ich freue mich total, bei so etwas dabei sein zu können und bin richtig stolz! Genauso habe ich mir das Familienleben gewünscht, so richtig idyllisch mit einem Häuschen und einer Dachterasse – beides ganz zur Sonne ausgerichtet." 

Weder als Trainerin noch als Aktive lässt sich Gudi festnageln. "Lediglich für beach-volleyball.de und den Westdeutschen Volleyball-Verband stehe ich auf Abruf als Trainerin zur Verfügung, aber ich mache nichts Festes zur Zeit", sagt Gudi, die die A-Trainerlizenz besitzt, "Ich bin, wie seit Jahren auch, wieder in Riccione dabei, helfe und unterstütze ein wenig in der Vorbereitung, stehe den Trainern mit Tipps zur Seite. Das ist eine schöne, tolle Sache." 

Selber spielen? "Der Aufschlag geht noch", scherzt Gudi, "Ich habe zum Glück keinerlei Gebrechen, aber fit ist anders." In Riccione oder bei den Aldiana Camps, die sie auch seit fünf Jahren macht, lässt sie sich mal zu einem Spielchen hinreißen, wenn ihre ehemaligen Kolleginnen wie Hella Jurich oder Anne Schade da sind. "Aber Vier-Gegen-Vier ist dann eher unser Ding", lacht Gudi.

  

 

Die Beach-Volleyball-Familie: Der wahre Reichtum

Was Gudi aus der ganzen sportlichen Laufbahn mitnimmt, ist ihr Freundeskreis. "Ich habe immer noch ein enges Verhältnis zu Ulli, zu Sara und Laura (Goller bzw. Ludwig, Anm. d. Red.), die bei mir damals in Leverkusen gespielt haben, auch. Die Managerin von Cannes ist die Patentante von Robert, zur University of Florida habe ich auch noch guten Kontakt", so Gudi, "Mit Volleyball und Beach-Volleyball wird man finanziell vielleicht nicht reich, aber dafür bekommt man eine besondere Beach-Volleyball-Familie. Und das ist der wahre Reichtum."

Nach diesen Worten ist leicht zu erraten, dass auch ihr geliebter Ehemann aus diesem Sport kommt. Guido Krause ist ein bekannter und anerkannter Beach-Volleyball-Trainer, der u.a. mit Ruth Flemig und Ilka Semmler zusammengearbeitet und sie zum U18-Weltmeistertitel geführt hat.

Eines müssen wir aber noch von Gudi wissen: Halle oder Beach? "Wenn man mich das fragt, dann sage ich, ich war immer beides – Halle- und Beach-Kind."

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