Ein Wiedersehen mit Tom Hikel

So kennt man Tom: immer strahlend

 

 

 

Thomas nur für die Eltern

 

Eigentlich heißt er Thomas, aber alle nennen ihn nur Tom. Fast alle. "Nur meine Eltern nennen mich immer noch Thomas, und ich habe inzwischen gelernt, auch auf den Namen zu hören und zu reagieren, wenn sie mich rufen", erzählt Tom Hikel schmunzelnd. Die Kurzform entstand noch damals als er in der Juniorennationalmannschaft gespielt und im Volleyball-Internat gelebt hat. "Da gab es so viele Thomase, dass man sich schnell Spitznamen überlegen musste", so Tom.

Deutscher Meister 2002

 

 

 

 

Underdogs ganz oben

 

Aber nicht nur den Spitznamen hat er in dieser Zeit mitbekommen. Er bekam eine gute Volleyball-Ausbildung, entwickelte sich zum Profi-Spieler und war unter anderem beim traditionsreichen Moerser SC unter Vertrag. Sein Können in der Halle konnte Tom, der im Kreis der Spieler schnell für seine sehr ausgiebige Aufwärmprozedur bekannt wurde, auch in den Sand übertragen. Der größte Coup gelang ihm 2002 bei der Deutschen Meisterschaft: Als absolute Underdogs spielten sich Tom Hikel und Marvin Polte bis ins Finale und holten sich den Titel! "Das hat keiner erwartet, wir ja auch nicht! Wir sind damals nach Timmendorfer Strand mit der festen Überzeugung gefahren, dass wir ein Nationalteam schlagen würden. Doch dass es für den Meisterschaftssieg reichen würde, war einfach unfassbar!"

 

 

Schulterprobleme konnte Tom kompensieren, aber den Knieverletzungen musste Tom Tribut zollen.

 

"Ohne gesunde Knie geht im Sand nicht viel"

 

Acht Jahre musste Tom auf diesen Moment warten, um daraufhin aufzuhören, weil der Körper nicht mehr mitgemacht hat. Von 1995 bis 1998 spielte er mit Markus Richter zusammen, danach mit Marvin Polte bis 2003. "Wenn wir nicht die Meisterschaft gewonnen hätten, hätte ich schon 2002 aufgehört", verrät Tom. Mit seinen langwierigen Schulterprobleme hatte er gelernt zu spielen, konnte seine Spielweise so anpassen, dass er nicht immer "Vollgas gehen musste". Doch dann machten die Knie auch nicht mehr so gut mit, und ohne gesunde Knie geht im Sand nun wirklich nicht viel. "Da kann man nichts mehr ausgleichen. Egal, was du im Sand machst, musst du in die Knie gehen", so Tom. Trotzdem entschied sich Tom, noch eine Saison anzuhängen – nach solch einem Titelgewinn kann man ja nicht einfach aufhören. Lukrativ war es ja auch, aber nicht einfach. "Zu dem Zeitpunkt habe ich schon voll gearbeitet. Meine Freizeit bestand aus Training und Arztbesuchen. Das war sehr stressig", erinnert sich Tom. Leicht war nur die mentale Situation: "Ich wusste, alle anderen Teams machen mehr, so hatte ich keinen Druck, wenn es mal nicht so gut lief. Vom Kopf her war die Situation sehr einfach."

 

 

Tom Hikel hat zwei Kinder: Tochter Annika (5) und Sohn Julian (2), der auf dem Foto zu sehen ist/Heutzutage verausgabt sich Tom im Büro und nicht mehr auf einem Centre Court

 

Büro statt Centre Court

Als Tom 2003 mit seiner Sportler-Laufbahn aufhörte, fügte sich in seinem Privatleben alles gut zusammen. Er heiratete seine Freundin Christiane, mit der er bereits zehn Jahre zusammen war. Kurz darauf kam Tochter Annika auf die Welt und 2006 erblickte auch Sohn Julian das Licht der Welt. "Ich weiß, Christiane hätte sich nicht beschwert, wenn wir auch früher geheiratet hätten, aber sie hat mich immer bedingungslos bei meinen sportlichen Vorhaben unterstützt", sagt Tom, "Und ich wollte auch keine Familie gründen, solange ich das Sportlerleben noch leben wollte." Ganz ohne Beach-Volleyball musste Tom nicht sofort auskommen, denn er gehörte zwei Jahre lang zum Trainerstab von Jonas Reckermann und Mischa Urbatzka. Jetzt hat Markus Dieckmann seine Position im Team Brink/Reckermann übernommen. "Das ist auch völlig in Ordnung so", sagt Tom, "Markus kennt ja Jonas am besten." Da Tom sein im Jahr 2000 abgeschlossenes BWL-Studium bereits 2001 in einem Telekommunikationsunternehmen in Düsseldorf als Controller und seit einem Jahr als Referent für Vertriebssteuerung einbringen konnte, fiel ihm der Übergang vom Sportlerleben ins "normale" Berufsleben nicht allzu schwer. "Es war ein gleitender Übergang, insofern war das kein großer Einschnitt in meinem Leben. Aber ein Arbeitsleben im Büro und am Wochenende auf dem Centre Court spielen ist natürlich nicht das gleiche. Der Job macht mir auch Spaß, aber Sport ist einfach meine Leidenschaft", sagt Tom.

Tom wird am Turniergeschehen nur noch als Zuschauer teilnehmen.

 

"Man wird ja auch nicht besser!"

Viel Platz hat Beach-Volleyball nicht mehr in Toms Leben. "Ich versuche, ein Mal in der Woche in den Sand zu gehen und spiele im Sommer ab und zu ein Turnier, aber das wird von Jahr zu Jahr schwieriger, man wird ja auch nicht besser. Spaß macht es aber noch!" Zudem leitet er als Trainer Beach-Camps in verschiedenen Urlaubsländern und macht daraus gleichzeitig einen Familienurlaub. Und Timmendorfer Strand hat immer noch eine besondere Anziehungskraft: "Ich versuche es immer, bei der Deutschen Meisterschaft als Zuschauer dabei zu sein. Ich habe einfach eine starke emotionale Bindung zu diesem Event, man trifft viele Leute aus meiner aktiven Zeit und man sieht, was die aktuelle Spitze so macht."

 

Ansonsten genießt Tom sein Familienleben in Duisburg. Wie man sieht, haben Verletzungen auch mal etwas Gutes. Denn wer weiß, wie lange Christiane auf den Heiratsantrag hätte warten müssen, wenn Toms Knie beim Leistungssport noch mitgemacht hätten!

 

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