Trainingstipp: Shots/platzierte Schläge

Cutshot von der linken Seite

Trainingstipp: Shots/platzierte Schläge (mittleres Leistungsniveau)

Um eingangs die Begrifflichkeiten zu klären: Als „Shots“ bezeichnet man gemeinhin sehr platziert geschlagene Bälle, die im Gegensatz zum harten Angriff nicht mit maximaler Härte geschlagen werden, sondern am Block vorbei oder über den Block in eine vom Abwehrspieler nicht mehr erreichbare Zone gespielt werden.

Die zwei gebräuchlichsten Varianten sind dabei der Cutshot und der Lineshot. Der Rainbowshot (in die lange Diagonale) ist seit der Feldverkleinerung auf 8 x 8m eher selten zu sehen, häufiger kommen hingegen kurz, aber außer Reichweite des sich selbst sichernden Blockspielers abgelegte Bälle, bei denen der Pokeshot oft verwendet wird.

Wichtigste Grundlage für erfolgreich gespielte Shots ist ein sehr gutes „Händchen“, sprich ein Gefühl dafür, wie das Handgelenk eingesetzt werden muss, um den Ball gut zu platzieren. Daher sollten Übungen hierfür immer direkt ins Einspielen mit eingebaut werden, z.B. indem man bewusst versucht, die Bälle mit sehr langem Arm und viel Handgelenkeinsatz (der Ball erhält dadurch eine starke Vorwärtsrotation) präzise über zum Partner zu spielen. Am besten gelingt dies, wenn jeder den Ball dreimal spielt, sprich ihn annimmt, selbst zuspielt und den Shot zum Partner spielt. Diese einfache Übung lässt sich hervorragend auch variieren.

 

Sara Goller erklärt im Rahmen eines Aldiana-Camps, wie die Hand sich um den Ball legen soll

Bsp. Übung Handgelenkeinsatz und Blicksprung

Man steht seinem Partner durchs Netz getrennt gegenüber. Der Schlag geht als Shot aus dem Stand mit langem Arm und viel Handgelenkeinsatz zum Partner, der diesen selbst Richtung Netz annimmt, zuspielt und zu einem zurück spielt. Zuvor hat man sich selbst auf eine andere Stelle im Feld bewegt, steht allerdings nach dem Zuspiel des Partners, so dass dieser mittels Blicksprung oder peripherem Sehen erkennen kann, wohin er spielen soll. Ist man noch nicht so ballsicher, lässt sich diese Übung durch Abfangen und Anwerfen des Balls auch prima „entschärfen“. Andersrum lässt sich der Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem man im „Angriff“ aus dem Sprung agiert.

Übung: Ballgefühl und Sicherheit für den Cutshot

Das sichere Gefühl für den Armschwung und Handgelenkeinsatz beim Cutshot lässt sich ebenfalls gut im Stand „einschleifen“, wenn man das Netz so absenkt, dass man im Stand die gleiche Handlungshöhe hat, als würde man aus dem Sprung agieren. Vom Hauptangriffsort aus wirft man sich den Ball vor die Schlagschulter, führt eine komplette Ausholbewegung aus (Vorsicht, nicht schon vor dem Körper abstoppen, sondern komplett ausholen!), verlangsamt den Armzug und „wickelt“ den Ball ein, so dass er kurz hinter dem Netz in der Diagonalen landet. Beim Cutshot von der linken Seite nach rechts ist der Daumen am Ende der Bewegung unten, beim Cutshot von links nach rechts schaut man in die Handfläche und der Daumen zeigt nach oben. Trainiert man dies mit Partner, so ist wichtig, dass dieser die Bälle zunächst fallen lässt, damit man ein verlässliches Gefühl dafür bekommt, wo sie landen würden. Erst danach ist Abfangen oder Weiterspielen erlaubt.

Für das Training von Angriffen, die nicht knallhart, sondern sehr platziert gespielt werden, gilt als erster Grundsatz wie auch im Spiel: Es darf möglichst lange kein Unterschied zu erkennen sein zwischen den verschiedenen Angriffsvarianten. Das bedeutet, dass die Ausholbewegung immer die gleiche ist, gleich ob die Übung im Stand oder im Sprung ausgeführt wird.

Bei allen Übungen im Sprung ist darauf zu achten, dass die Dynamik, der Absprung und der Armschwung zunächst nicht vom harten Angriff zu unterscheiden sind. Das ist leicht gesagt, aber gar nicht so leicht umzusetzen!

 

Ein Tipp: Schlagt auch beim Training von Shots zunächst immer im Wechsel hart diagonal und danach einen platzierten Ball, damit ihr im richtigen Bewegungsrhythmus bleibt. Als Erweiterung könnt ihr dann mit dem Zuruf des Partners arbeiten, sprich ihr stellt euch auf einen harten Schlag ein und spielt den Line- oder Cutshot nur auf Zuruf des Partners.

Sara Goller greift nach einem Pokeshot

Übung fürs Team- bzw. Gruppentraining:

Ein Team greift aus der Annahme oder aus eingeworfenen Bällen an, erlaubt sind nur harte Schläge in die Diagonale oder eine Shotvariante (z.B. Line- oder Cutshot). Der Abwehrspieler drüben versucht zu erkennen, welcher Schlag kommt, und diesen abzuwehren. Wichtig ist dabei die Rückmeldung untereinander, ob bzw. woran bestimmte Schläge für den Abwehrspieler „zu lesen“ sind.

Je nach Anspruch und Sicherheit könnt ihr euch unterschiedliche Ziele setzen, z.B. mindestens drei Bälle als Cutshot erfolgreich zu spielen, so dass der Ball nicht aufgebaut werden kann. Jeder direkte Angriffsfehler führt natürlich zum Punktabzug.

Beim Lineshot solltet ihr die Übung spielnah gestalten, also auch gegen einen Blockspieler angreifen, damit ihr entsprechend hoch abschlagt bzw. den Shot ansetzt.

 

Und jetzt viel Spaß beim Trainieren wünscht die ProAm Beach-Academy!

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