Wie können Verletzungen am Knie entstehen

Anlaufen, abspringen und den Ball im gegnerischen Feld versenken, ein super Gefühl! So viel Freude es uns im Sand auch macht, wir sollten nicht vergessen, dass viele explosivkräftige und wiederholende Sprünge eine hohe Belastung darstellen, welche ohne angemessene Regeneration über viele Jahre hinweg, eine chronische Überbelastung zur Folge haben kann. Im Kniegelenk finden sich bei Beach-Volleyballer:innen häufig chronische Überlastungsverletzungen. 

Die Patellasehne

Die Patellasehne ist bei schnellkräftigen Bewegungen des Oberschenkels, zuständig für die Abbremsbewegungen. Ein Beispiel für eine Überlastungsverletzung ist das Patellaspitzensyndrom. Unter dieser Verletzung versteht man einen belastungsabhängigen Schmerz im Knie, der durch kleine Risse in der Patellasehne verursacht wird und leider häufig im Beach-Volleyball auftritt.

Das Kreuzband

Unsere Kreuzbänder stabilisieren die Kniegelenke und schränken die Rotation im Kniegelenk ein. Beim Kreuzbandrisshandelt es sich daher meist um eine akute, kontaktlose Verletzung, die durch eine ungünstige Landung aus einem vorherigen Sprung hervorgerufen werden kann. Insbesondere einbeinige Landungen mit Innen- und Außenrotation im Knie werden häufig als Unfallhergang geschildert.

Ungleichgewicht und fehlende Stabilität als Risikofaktoren

Ein Ungleichgewicht zwischen vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur erhöht die Wahrscheinlichkeit von Problemen im Kniegelenk. Ein weiterer Risikofaktor ist eine Fehlstellung der Bein- und Fußstellung (z.B. X-Bein- oder Knickfußstellung). Diese Art von Belastung kann langfristig zu Belastungsschmerzen an den Knien führen. 

Die Entwicklung von chronischer Knieverletzungen kann außerdem durch eine mangelhafte Landetechnik (z.B. geringe Kniebeugung nach Sprung) entstehen. In Verbindung mit fehlender Rumpfstabilität kann das wiederum Kreuzbandverletzungen zur Folge haben.  

Prävention durch Kräftigung, Rumpfstabilität und Sprung- und Landetechnik

Die Oberschenkel sind die Hauptakteure beim Springen, die hintere Oberschenkelmuskulatur wiederum bei der Landung. Die Kraft der beiden Muskelgruppen ist somit ausschlaggebend für die Stabilität der Kniegelenke, welche Richtungswechseln, Beschleunigungen und Abbremsungen standhalten müssen. Insbesondere die Stärkung der hinteren Oberschenkelmuskulatur hilft bei der Reduktion von Überlastungsbeschwerden der Knie und ist somit essenziell für Beachvolleyballer:innen. 

Durch gezielte Übungen kann zudem die Rumpfstabilität verbessert werden. Dies ermöglicht eine aufrechte Sprung- und Landetechnik, wodurch das Risiko von Knieverletzungen (z.B. Kreuzbandriss) reduziert werden kann. Um die Knie optimal auf Richtungswechsel, Sprünge und Landungen vorzubereiten, haben wir folglich ein paar Übungen für euch zusammengestellt.

Übungen, um die Knie gesund zu halten

Ausführung: Auf dem Rücken liegend, werden die Füße auf dem Ball platziert. Anschließend versucht man den Ball langsam zu sich zu rollen, indem man die Fersen zum Gesäß zieht, die Knie beugt und das Becken Richtung Decke schiebt. Der Rumpf sollte dabei möglichst stabil bleiben und die Füße werden fest in den Ball gedrückt. Anschließend versucht man den Ball wieder langsam und kontrolliert zurückzurollen, denn die exzentrische Bewegung ist besonders relevant.  

Ausführung: Auf dem Rücken liegend, wird ein Fuß auf dem Ball platziert. Der Fuß wird dabei fest in den Ball gedrückt. Das andere Bein verbleibt gestreckt in der Luft. Das Becken wird nun Richtung Decke geschoben, dabei sollte das Becken nicht zur Seite kippen, sondern stabil bleiben. Von der Schulter bis zum Knie sollte eine Gerade entstehen. Nach einer kurzen Verweildauer in der gestreckten Position, kann man durch das Absenken des Beckens wieder in die Ausgangsposition zurückkehren. 

Ausführung: Die Unterarme werden auf den Boden gestützt. Die Beine sind gestreckt und die Zehen sind aufgestellt. Die Schultern sollten sich möglichst über den Ellenbogen befinden, dabei bildet der Körper eine Gerade. Der Bauch wird angespannt, sodass kein Hohlkreuz entsteht. 

Varianten: Die Beine werden abwechselnd angehoben, ohne dass das Becken zur Seite kippt. Zusätzlich kann der Stütz auf einem Unterarm erfolgen. Der Körper ist dabei seitlich ausgerichtet und der freie Arm kann Richtung Decke gestreckt werden. Nun muss beachtet werden, dass das Becken nicht nach hinten oder vorne abkippt. Auch hier kann ein Bein angehoben werden.