Kalutara in Sri Lanka: Schwarzer Fluss trifft Ozean
Wer durch Kalutara reist, kann am Straßenrand ein besonderes Ritual beobachten: Busfahrer, Lkw-Fahrer und andere Reisende halten an der Kalutara Bodhiya, hinterlassen eine kleine Opfergabe und bitten um Segen für eine sichere Weiterfahrt. Seit Generationen gehört dieser kurze Zwischenstopp am heiligen Bodhi-Baum zum Reisealltag rund um den Kalu Ganga.
Deine Basis ist das Royal Palms Beach Hotel in Waskaduwa. Von hier erreichst du die Kulturziele rund um Kalutara ebenso wie die Wassersportreviere von Bentota. Eine ideale Ausgangslage, wenn du Sri Lanka aktiv entdecken möchtest.
Kultur
Das Wahrzeichen Kalutaras sieht schon von außen beeindruckend aus. Spannend wird es aber erst, wenn du hineingehst. Die Kalutara Chaitya gehört zu den wenigen großen buddhistischen Stupas weltweit, deren Kuppel hohl und begehbar ist. An den Wänden des gewaltigen Innenraums erzählen 74 Gemälde Geschichten aus dem Leben Buddhas. Auch technisch war der Bau außergewöhnlich. Die Konstruktion der dünnen Betonschale erforderte komplizierte Berechnungen. Dafür kam ein Computer der State Engineering Corporation zum Einsatz, der als erster Computer Sri Lankas gilt. Direkt daneben findest du den Kalutara Bodhiya, der heilige Bodhi-Baum, der Reisenden Schutz für ihre Weiterfahrt verspricht. Beim Besuch gilt: Schultern und Knie bedecken und vor dem Betreten des heiligen Bereichs die Schuhe ausziehen.
Nur wenige Kilometer landeinwärts wartet ein Bauwerk, das an Sri Lankas tropischer Westküste fast ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt, Richmond Castle. Die zweistöckige Villa ließ Don Arthur de Silva Wijesinghe Siriwardena zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichten. Als Inspiration diente unter anderem ein indischer Palast. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlicher Mix aus Ost und West.16 Räume, 99 Türen und 34 Fenster, Burma-Teak, italienische Fliesen und dekoratives Glas aus Schottland.
Hinter der Pracht steckt eine melancholische Geschichte. Arthur und seine Frau blieben kinderlos. Später vermachte er den Besitz dem Public Trustee mit der Bitte, ihn zum Wohl bedürftiger Kinder zu nutzen. Heute lässt sich das Anwesen besichtigen.
Wenn du anschließend ins Alltagsleben eintauchen möchtest, schau bei den Märkten und Straßenständen vorbei. Die Region um Kalutara ist für Mangostan bekannt. Unter der festen dunkelvioletten Schale verstecken sich weiche weiße Fruchtsegmente, süß, saftig und leicht säuerlich. Die Hauptsaison liegt ungefähr zwischen Mai und September. Dazu eine frisch geöffnete Thambili, die orangefarbene Königskokosnuss, und dein kulinarischer Boxenstopp ist perfekt.
Ausflugstipp: Safari im Yala-Nationalpark
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte sich das größte Naturspektakel der Insel gönnen. Yala im Südosten ist Sri Lankas berühmtester Nationalpark und gilt als einer der besten Orte der Welt, um wilde Leoparden zu beobachten. Dazu kommen Elefanten, Lippenbären, Krokodile und unzählige Vögel, die du bei einer frühmorgendlichen Jeep-Safari durch Savanne und dichten Dschungel aufspürst. Von Kalutara sind es allerdings gut dreieinhalb Stunden Fahrt pro Richtung. Diesen Ausflug machst du nicht mal eben zwischendurch, aber die Aussicht auf einen Leoparden im ersten Morgenlicht ist die weite Anfahrt wert.
Sport
Für Sportfans beginnt der interessanteste Teil der Reise rund 20 Kilometer südlich. Bentota gehört zu den bekanntesten Wassersportzentren Sri Lankas.
Je nach Anbieter und aktuellen Bedingungen kannst du hier unter anderem Wasserski, Wakeboard, Jetski oder Parasailing ausprobieren. Auch Einsteiger finden entsprechende Angebote.
Die beste Zeit für Wassersport an der Südwestküste liegt in der Regel zwischen November und April, außerhalb des Südwestmonsuns. Schau dir vor Ort trotzdem immer die aktuellen Wind-, Wellen- und Strömungsverhältnisse an, bevor du aufs Wasser gehst.
Wer es ruhiger angehen möchte, wechselt vom Board ins Boot. Auf dem Bentota Ganga werden Touren durch die Fluss- und Mangrovenlandschaft angeboten. Nach Wasserski oder Wakeboard ist das die deutlich entspanntere Variante, die Gegend vom Wasser aus kennenzulernen.
Wenn du einen ganzen Tag für ein größeres Abenteuer einplanen möchtest, kannst du von Kalutara aus auch nach Kitulgala ins bergige Hinterland fahren. Der Ort am Kelani River ist Sri Lankas bekanntestes Zentrum für Wildwasser-Rafting. Statt Palmen und Sandstrand warten hier Regenwald, Felsen und Stromschnellen. Der Fluss hat außerdem Filmgeschichte geschrieben. In Kitulgala entstanden Szenen für David Leans Filmklassiker „Die Brücke am Kwai“, der 1957 erschien und sieben Oscars gewann.

Erholung
Der breite Strand von Waskaduwa und Kalutara liegt direkt am Hotel und zieht sich in einem sanften, goldbraunen Bogen dahin. Er ist deutlich ruhiger als die Strände von Colombo oder Bentota. Genieß einen entspannten Strandspaziergang und schau den teils beeindruckend hohen Wellen zu.
Ein kleines Naturschauspiel erlebst du an der Calido Beach: Hier schiebt sich eine schmale Sandzunge zwischen den Kalu Ganga und den Ozean, sodass du auf der einen Seite den stillen Fluss und auf der anderen die Brandung des Indischen Ozeans vor dir hast. Am späten Nachmittag ist es hier besonders stimmungsvoll.
Und dann ist da noch Ayurveda, das in Sri Lanka seit Jahrhunderten zur Gesundheitskultur gehört. Eine wichtige Rolle spielt dabei die enorme Pflanzenvielfalt des Landes. In spezialisierten Häusern beginnt eine Behandlung häufig mit der Bestimmung des Konstitutionstyps, des sogenannten Doshas. Darauf abgestimmt werden Anwendungen, Kräuter und Öle ausgewählt. Besonders wohltuend sind Massagen mit warmem Kräuteröl. Viele Einrichtungen stellen ihre Öle und Kräutersude selbst her, oft mit Zutaten aus dem eigenen Garten.
Drei Geheimtipps, die nicht jeder kennt
1. Einmal mit der Küstenbahn am Ozean entlang
Sri Lankas Züge sind mehr als ein Transportmittel, sie sind eine ganz eigene Attraktion auf deiner Reise. Kalutara liegt an der Coastal Line zwischen Colombo und dem Süden der Insel. Du kannst beispielsweise in Kalutara North oder Kalutara South einsteigen und Richtung Süden fahren. Die Strecke führt durch dich durch Küstenorte und immer wieder nah am Indischen Ozean entlang. Bei offenen Fenstern und ratternden Waggons zieht für ein paar Minuten das echte Alltagsleben Sri Lankas an dir vorbei.
2. Mangroven-Safari auf dem Madu Ganga
Weiter südlich bei Balapitiya wartet ein völlig anderes Sri Lanka. Der Madu Ganga ist ein international bedeutendes und als Ramsar-Gebiet geschütztes Feuchtgebiet von rund 915 Hektar.Im Boot geht es durch ein Labyrinth aus Wasserarmen, Inseln und Mangroven. Je nach Tour gehören Stopps bei kleinen lokalen Betrieben oder Tempeln zum Programm. Zwischen dichten Wäldern und Vogelgezwitscher erlebst du hier Natur pur.
Unser Tipp: Frag bei der Buchung deiner Bootstour, ob ein Stopp auf Kothduwa Island möglich ist. Auf der kleinen Insel mitten im Madu Ganga steht ein buddhistischer Tempel, den du nur vom Wasser aus erreichst. Schon die Anfahrt zwischen Mangroven und dichtem Grün macht den Abstecher besonders. Einer historischen Überlieferung zufolge wurde hier einst sogar die heilige Zahnreliquie Buddhas vor den Portugiesen verborgen.
Ganz in der Nähe liegt Kosgoda, das für Einrichtungen rund um den Schutz von Meeresschildkröten bekannt ist. Bei einem Besuch lohnt es sich, genauer hinzusehen: Seriöse Einrichtungen stellen Artenschutz und Tierwohl in den Vordergrund und vermeiden unnötiges Anfassen oder Inszenieren der Tiere für Touristenfotos.
3. Thudugala Ella
Für diesen Ausflug geht es weg von der Küste und hinein ins üppige Grün des Hinterlands. Bei Dodangoda liegt der Thudugala Ella, der in mehreren Stufen durch das dicht bewachsene Hinterland fällt.Der Wasserfall fällt in mehreren Stufen durch die bewaldete Landschaft und bildet einen natürlichen Pool. Schau genau hin: Mit etwas Glück entdeckst du hier auch den winzigen Pale-billed Flowerpecker, der zu den kleinsten Vögeln Sri Lankas zählt.
Feste Schuhe sind sinnvoll, denn die Felsen rund um den Wasserfall können sehr rutschig sein. Verpflegung und ausreichend Wasser gehören ebenfalls ins Gepäck.

Auf zur Trauminsel
Umgeben von Palmen und üppiger Vegetation erwartet dich im Royal Palms Beach Hotel ein authentisches sri-lankisches Flair. Dein Hotel ist für Beachfans im wahrsten Sinne bestens vernetzt und direkt am langen Strand.
Kulturell und kulinarisch bietet dir Sri Lanka eine unglaubliche Auswahl. Und falls du Krokodile, Elefanten und Leoparden in der freien Natur bestaunen willst:
Wirf schon am ersten Reisetag ein paar Münzen in die Opferboxen der Kalutara Bodhiya, dann kann für den Rest des Urlaubs ja wirklich nichts mehr schiefgehen.
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