Der Weg nach Adelaide
von Lena Müller
Nur zwölf Monate nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris steht bereits das nächste große Highlight im Beachvolleyball an – mit den weltbesten Spielerinnen und Spielern, darunter zahlreiche Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer.
Die Rede ist von der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft, die seit 1997 alle zwei Jahre ausgetragen wird. Dieses Jahr macht das Turnier das erste Mal Station in der Region Ozeanien - genauer gesagt in der Küstenstadt Adelaide im Süden Australiens, wo die Teams ihr Land vom 14. bis 23. November vertreten werden.

Australien als Beachvolleyball Nation
Beachvolleyball zählt in Australien zu den populärsten Sportarten, weshalb diese Weltmeisterschaft für die Gastgeber eine besondere Bedeutung hat. Australische Teams waren in der Vergangenheit regelmäßig auf dem Podium vertreten. Bei den Frauen gewannen Mariafe Artacho del Solar und Taliqua Clancy 2019 in Hamburg WM-Bronze. Zuvor hatten Cook/Sanderson 2003 in Rio de Janeiro den dritten Platz erreicht. Auch bei Olympischen Spielen feierten die Australierinnen große Erfolge: Natalie Cook und Kerri Pottharst holten 1996 in Atlanta Bronze und krönten sich vier Jahre später vor Heimpublikum in Sydney zu Olympiasiegerinnen. 2021 knüpften Clancy/Artacho del Solar an diesen Erfolg an und sicherten sich in Tokio die Silbermedaille. Auch ein Männerteam konnte internationale Erfolge feiern: Schacht/Slack belegten bei der WM 2007 in Gstaad den dritten Platz, was bis heute als der größte Erfolg eines australischen Männerduos bei Weltmeisterschaften zählt.
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Der Weg zur Weltmeisterschaft
Jede Weltmeisterschaft beginnt gewissermaßen schon mit der Qualifikation. Seit dem 1. März sammeln die Teams Punkte, um sich einen Startplatz zu sichern. Die Qualifikationsphase läuft noch bis zum 5. Oktober. Am kommenden Wochenende steht mit dem Elite-Turnier in Rio de Janeiro vom 24. bis 28. September das vorletzte Highlight an, bevor die Quali mit dem Challenge-Turnier in Veracruz vom 1. bis 5. Oktober abgeschlossen wird. Dort kämpfen bis zu 32 Teams pro Geschlecht in der Qualifikation um die letzten Punkte sowie um ihren Anteil am Gesamtpreisgeld von 250.000 US-Dollar.
Das Qualifikationssystem
Insgesamt dürfen 48 Teams pro Geschlecht (Männer/Frauen) bei der WM starten. Zusätzlich wird durch die „Athlete’s Quota“, die maximale Anzahl Teams pro Nation auf 4 Teams begrenzt. In die Wertung fließen die sechs besten Ergebnisse der Teams aus den Elite-, Challenge- und Future-Turnieren der Beach Pro Tour sowie weiteren FIVB-Events ein.
Für das Gastgeberland Australien gilt eine besondere Regel. Von den 25 Ranking-Plätzen sind Australien bereits zwei Startplätze sicher, sodass die 23 weiteren Teams über das Ranking ins Teilnehmerfeld rücken.
Weitere 20 Teams qualifizieren sich über die fünf Kontinentalverbände (CEV (Europa), NORCECA (Nord-/Mittelamerika & Karibik), CSV (Südamerika), AVC (Asien/Ozeanien), CAVB (Afrika)). Dabei gilt weiterhin die “Athlete’s Quota”, sodass kein Land mehr als vier Teams pro Geschlecht stellen darf. Die FIVB empfiehlt, dass Kontinentalverbände ihr eigenes Team-Ranking nutzen, um die Qualifikanten zu bestimmen und alternative Systeme (z. B. nationale Ranglisten oder Quali-Turniere) mussten bis zum 14. März 2025 von der FIVB genehmigt werden. Nicht genutzte Quotenplätze eines Kontinentalverbands werden an das nächst berechtigte Team der FIVB-Rangliste weitergegeben, ebenfalls unter Einhaltung der Länderquote. Ein Athlet oder eine Athletin darf nur einen Platz für seinen/ihren Verband gewinnen. Doppel-Qualifikationen werden über das Ranking bestätigt, der Kontinentalplatz geht dann ans nächste berechtigte Team. Die Teams müssen zudem die Athleten-Berechtigung erfüllen (z.B. Staatsbürgerschaft des Landes besitzen, bei ihrem jeweiligen Nationalverband registriert sein, und weitere Kriterien) andernfalls geht der Platz an das nächst platzierte Team der Rangliste, ebenfalls unter Einhaltung der “Athlete’s Quota”.
Hinzu kommen drei Teams pro Geschlecht, die mit einer Wild Card die Chance bekommen, an der WM teilzunehmen. Diese werden von der FIVB vergeben. Kommt es im Ranking zu einem Punktegleichstand, entscheidet zunächst die Zahl der technischen Punkte, anschließend das beste Einzelergebnis im Qualifikationszeitraum – und im letzten Fall das Los.
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Qualifikationschancen für die deutschen Teams
Für viele DVV-Teams verlief die Qualifikationsphase bereits erfolgreich. Henning/Wüst (aktuell Rang 13 auf der Weltrangliste) und Ehlers/Wickler (aktuell Rang 17) haben ihr WM-Ticket praktisch sicher. Auch Winter/Pfretzschner hat mit dem aktuellen Rang 23 gute Chancen für eine WM-Teilnahme. Spannend bleibt das Duell um den vierten deutschen Startplatz: Das Team Sagstetter/Sagstetter liegt aktuell auf Rang 25 der Weltrangliste, während Huster/Just mit Rang 31 noch etwas Abstand zum letzten Qualifikationsplatz haben. Aber mit einem Halbfinal-Einzug beim letzten Turnier und zwei schwachen Ergebnis des Sagstetter-Duos könnte sich noch die Chance auf eine Teilnahme an der WM eröffnen.
Auch bei den Frauen ist die Qualifikation für ein Team bereits klar: Müller/Tillmann, aktuell auf Rang 7, haben ihr Ticket für Adelaide bereits sicher. Dahinter wird es spannend: Bock/Lippmann (Rang 23) und Ittlinger/Grüne (Rang 24) kämpfen noch um die verbleibenden Plätze. Ob es beide Duos schaffen oder nur eines, entscheidet sich wohl beim letzten Turnier in Veracruz, für das Ittlinger/Grüne bereits gemeldet sind.
Das vierte Team im nationalen Vergleich bildet Melanie Paul mit Lea Kunst. Nach starken Auftritten wie der Bronze-Medaille in China dieses Jahr wurde das Team von bürokratischen Hürden ausgebremst. Pauls vergangene internationale Einsätze für ihr Geburtsland Chile und der wohl zu kurze durchgängige feste Wohnsitz in Deutschland waren Gründe für die Aberkennung der Spielerlaubnis durch die FiVB. Mitte September verkündete Paul auf Instagram, dass alle bürokratischen Hürden überwunden sein und sie wieder international für Deutschland antreten kann. Da Deutschland einen Spot für die WM über den Nationscup gewonnen hat, haben Paul/Kunst, laut ihrem Insta-Post, die Chance über diesen Spot bei der WM teilzunehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die anderen 3 besser platzierten deutschen Teams sich über das Worldranking qualifizieren - wonach es im Moment aussieht.
Auf der Zielgeraden der Qualifikationsphase
Bis zum 22. September mussten die Nationalverbände ihre Teams für die WM melden. Entweder über die „Long List“ oder per Antrag auf eine Wild Card.
Nach dem Challenge-Turnier in Veracruz vom 01. bis 05. Oktober 2025 ist die Qualifikationsphase offiziell beendet. Am selben Tag erfolgt dann direkt die finale Bestätigung der Kontinentalplätze. Bereits einen Tag später, am 6. Oktober, wird von der FIVB die endgültige Teilnehmerliste mit allen 48 Teams sowie die Setzliste veröffentlicht.
Ab diesem Moment richtet sich der Blick vollständig auf Adelaide, wo am 14. November die 15. Beachvolleyball-Weltmeisterschaft startet.


