Trainingstipp: Fake Block

Sara Goller in Ausgangsposition

Fake Block - Antäuschen und vom Netz zurückziehen

Natürlich macht es am meisten Spaß, im richtigen Moment abzuspringen, zuzufassen und dem Angreifer den Ball vor die Füße zu blocken! In manchen Situationen ist es je doch besser, sich vom Netz zu lösen und den Angriff gemeinsam mit dem Partner im Feld abzuwehren. 

Die Rede ist vom sogenannten „Fake Block“, bei dem das Blocken, wie der Name schon sagt, nur angetäuscht wird und du dich, statt abzuspringen, schnell vom Netz löst und ebenfalls hinten in die Abwehr stellst. 

Gerade im mittleren Leistungsbereich kommt die Situation sehr häufig vor. Daher sollte dieses Element, unserer Meinung nach, ein wichtiger Bestandteil des Trainings sein. 

1. Beispiel: Der Angreifer ist so klein oder sprungschwach, dass er nur optimal am Netz stehende Pässe variabel angreifen kann. In diesem Fall solltest du dich als Blocker immer lösen, wenn das Zuspiel nicht netznah erfolgt.

2. Beispiel: Der Spieler hat Probleme in der Annahme und/oder der Partner ist im Zuspiel nicht sicher, so dass immer wieder Bälle nicht bis ans Netz kommen. Auch hier solltest du bereit sein, dich schnell ins Feld zurückzuziehen. 

Wir möchten und nun keinen Ärger einhandeln, aber die Damen sind natürlich hinsichtlich ihrer Athletik im Nachteil, so dass Frauen häufiger auf Gegenspielerinnen treffen, die nur bei optimalem Zuspiel in der Lage sind, mit einem harten Schlag anzugreifen. In diesem Fall kann sich die Blockspielerin darauf einstellen, dass sie sich in den meisten Fällen vom Netz lösen sollte.

 

Zum wann, wie und wohin

Entscheidend ist beim Fake Block, wann und wie du dich vom Netz zurückziehst. 

Zunächst zum Zeitpunkt: Du musst natürlich solange abwarten, bis du einschätzen kannst, wie gut das Zuspiel sein wird. Mit etwas Übung kannst du das schon erkennen, kurz nachdem der Ball die Hände bzw. Unterarme des zuspielenden Gegners verlassen hat. Das ist für dich dann das Signal „Rückzug“! 

Damit auch schon zum „wie“: Wichtig ist, dass du mit maximaler Geschwindigkeit auf deine Abwehrposition kommst, dabei aber den Angreifer und den Ball noch im Auge hast. Das bedeutet, du musst vorwärts laufen (was in der Regel deutlich schneller ist als kleine Trippelschritte rückwärts), dabei aber zum Netz schauen. Das klingt nun im ersten Moment etwas seltsam, lässt sich aber mit etwas Übung problemlos machen. Deine Füße und Knie zeigen dann in Laufrichtung, also zur Grundlinie, während der Blick noch Richtung Netz geht.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage „wie weit“? Die Antwort hängt etwas davon ab, wie schnell und auch wie groß du bist. Als Faustregel kannst du dir merken, dass du dich nur soweit zurückziehen solltest, dass du in dem Moment, wenn der Angreifer schlägt, in jedem Fall wieder stabil stehst. Bist du also nur zwei Meter nach hinten gekommen, bleibst du trotzdem dort stehen, denn dann sind deine Chancen, den Ball abzuwehren, noch immer größer, als wenn dich der Angreifer im wahrsten Sinne des Wortes auf dem falschen Fuß erwischt. Als großer Spieler kannst du es dir auch erlauben, etwas weiter vorn zu stehen, da du z.B. hart in die hintere Feldhälfte geschlagene Bälle trotzdem noch über dem Kopf abwehren kannst. Der ideale Abstand zum Netz beträgt im Durchschnitt ca. 4-5 m und ist immer etwas davon abhängig, welche Schlagvariante dein Gegner in der Situation am besten beherrscht und bevorzugt spielt. 

Wie viele Schritte das sind, hängt natürlich von deiner Schrittlänge ab. Mit dem letzten Schritt drehst du dich in jedem Fall wieder vollständig zum Netz und stoppst so ab, dass du ausbalanciert stehst und in jede Richtung loslaufen könntest.

 

Training Blocklösen/Fake Block

Wenn du den Fake Block bisher noch nicht gezielt trainiert hast, fängst du am besten erstmal damit an, deine optimale Schrittfolge und den Netzabstand auszutesten und anschließend immer wieder „trocken“, sprich ohne Ball zu üben und damit den Bewegungsablauf zu automatisieren. Diese Laufwege sind auch eine super Übung, die man in das Aufwärmen einbauen kann. Im Spiel bleibt dir später keine Zeit, deine Füße zu sortieren, daher sollten sie ihren Weg schnell von alleine finden. 

Wenn du den Laufweg und das Abstoppen schon beherrschst, kannst du dich auf die Abwehr und die Ballkontrolle konzentrieren. 

 

Hierzu eine Standardübung:

Dein Partner steht dir gegenüber ca. 2-3 m vom Netz entfernt. Er steht etwas erhöht, z.B. auf einem Stuhl, gibt dir ein Signal zum Zurückziehen, wirft sich den Ball dann selbst an und schlägt auf dich bzw. in die entsprechende Feldhälfte. Wenn das gut klappt, kann dein Partner auch direkt variieren und mal einen kurzen Ball oder z.B. langen Shot einstreuen. Alternativ kann er sich den Ball z.B. natürlich auch selbst anwerfen und im Sprung angreifen. 

An dieser Übung gefällt und die hohe Wiederholungszahl. Der nächste Schritt wäre dann, die Entscheidung, ob du blocken musst oder nicht, mit in die Übung einzubauen. Das bedeutet, dass sich dein Partner den Ball selbst mal netznah und mal netzfern anwirft. Wenn ihr in der Gruppe trainiert, könnt ihr das Zuspiel mit dazunehmen, das dann in unterschiedlicher Entfernung zum Netz erfolgen sollte. In dieser Situation kannst du dann nicht nur deine Ballkontrolle verbessern, sondern trainierst zudem die schnelle und richtige Entscheidung, ob du blocken oder dich zurückziehen solltest. 

 

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