In den Flow kommen

Die deutschen Teams haben spielfrei, der fünfte Turniertag hält aber trotzdem einige spannende Duelle bereit: unser Tagesausblick.

13:00 Uhr, Pool C: Cherif/Ahmed (QAT) vs. Carambula/Rossi (ITA)

Mit Cherif Samba/Ahmed Tijan und Adrian Carambula/Enrico Rossi treffen zwei der formstärksten Teams im Teilnehmerfeld der Herren aufeinander. Die Kataris sind bei den vergangenen sechs Turnieren gleich fünfmal in das Endspiel eingezogen, einmal standen sie ganz oben auf dem Podest.

“Ahmed Tijan und Cherif Samba aus Katar waren in Mexiko absolut beeindruckend. Sie bringen eine gute Spielanlage mit, die auch bei Olympischen Spielen interessant ist”, betont der frühere Olympiasieger und TV-Experte, Julius Brink, in unserer Vorschau. “Ihr Stil ist nicht so kraftraubend, sie sind leichte, filigrane Spielertypen, die sich in einen Flow spielen können.” Auch Rossi und Carambula seien noch einmal richtig gut geworden, sagt Brink. Die Italiener zogen in diesem Jahr schon dreimal in das Halbfinale ein, zum Olympia-Auftakt unterlagen sie aber dem Interimsduo Bourne/Gibb. 

14:00 Uhr, Pool E: Artacho del Solar/Clancy (AUS) vs. Menegatti/Orsi Toth (ITA)

Bei Mariafe Artacho del Solar und Taliqua Clancy gilt Qualität über Quantität: Nur wenige Turniere konnten die Australierinnen bestreiten - wenn sie am Start waren, belegten sie aber immer einen einstelligen Rang. Die Corona-Pandemie führte dazu, dass sie 18 Monate keine Turniere spielen konnten. Trotzdem holten Artacho del Solar und Clancy in Cancun Gold. “Es war sehr schwierig, nach 1,5 Jahren auf das gleiche Wettbewerbslevel zu kommen”, sagt Artacho del Solar. “Es hat etwas gedauert, bis wir wieder in den Rhythmus gekommen sind. Aber jetzt freuen wir uns, da anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben”. Beim Olympia-Auftakt hat sich das Duo keine Blöße gegeben. Nun soll der zweite Sieg folgen. 

15:00 Uhr, Pool A: Mol/Sørum (NOR) vs. Leshukov/Semenov (RUS)

Es ist ein ungewohntes Bild, das Anders Mol und Christian Sørum in den vergangenen Wochen gezeigt haben. Die norwegischen Überflieger haben 2018 und 2019 die internationale Beach-Volleyball-Elite dominiert und auch zu Saisonbeginn wirkt es bei den Turniersiegen in Cancun so, als könnten sie ihre Serie fortsetzen. Und das, obwohl sie 2020 lange pausierten und Mol mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Dann aber kamen sie aus dem Rhythmus, in Sotschi,Ostrava und Gstaad sind Mol und Sørum nicht mehr über das Viertelfinale hinausgekommen. 

Und auch bei Olympia tun sie sich bisher trotz zwei Siegen schwer. Ein möglicher Grund: Mit dem Aufschlag suchen ihre Gegner vermehrt Anders Mol, nachdem sonst meist Sørum Ziel des Service gewesen war - zu groß war der Respekt vor den Angriffsqualitäten Mols. Aber auch wenn die Norweger derzeit (noch) nicht die gewohnte Dominanz ausstrahlen: Es sind ihre ersten Olympischen Spiele und sind noch ungeschlagen. Gegen die Russen Leshukov/Semenov geht es nun um den Gruppensieg.

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